Jahreswirtschaftsbericht Bundesregierung senkt Wachstumsprognose
Berlin - Bislang hatte die Regierung mit 1,5 Prozent gerechnet. Mit dieser Meinung stand sie vor allem in den letzten Wochen ganz allein auf weiter Flur: Mehrere internationale Organisationen, zahlreiche Wirtschaftsforschungsinstitute sowie die Europäische Kommission hatten ihre Deutschland-Prognosen bereits gesenkt. In Regierungskreisen war zuletzt mehrfach angedeutet worden, dass die von Finanzminister Hans Eichel (SPD) aufgestellte Zahl nicht mehr zu halten sei.
Erst in der zweiten Jahreshälfte werde sich die wirtschaftliche Dynamik in Deutschland beschleunigen. Dadurch werde die Arbeitslosenzahl im Jahresdurchschnitt auf 4,2 Millionen steigen, heißt es in dem Bericht weiter. "Erst zum Jahresende wird die Zahl der Arbeitssuchenden wieder unter dem Vorjahresstand liegen."
Die Bundesregierung werde alles daran setzen, dass die Entwicklung besser verlaufen könne, als es in den berechneten Zahlen zum Ausdruck komme. Von entscheidender Bedeutung dafür sei es, dass die Verbraucher und die Investoren das Vertrauen in die wirtschaftliche Entwicklung und die Reformfähigkeit Deutschland zurückgewinne.
Der Bericht trägt die Überschrift "Allianz für Erneuerung - Reformen gemeinsam voranbringen". Als zentrale Ziele der Politik führt er an, die Wachstumsdynamik zu verbessern, die Arbeitsmarktstrukturen flexibler zu gestalten und die Konsolidierung der öffentlichen Haushalte weiter voran zu bringen.