Jil-Sander-Abgang "Ich bin zutiefst traurig"
Berlin - "Es gibt Situationen im Leben, da entwickeln sich die Dinge anders, als man will, und dann muss man Konsequenzen ziehen", sagte die 60-Jährige der Zeitung "Die Welt". Sie fügte hinzu: "Ich bin zutiefst traurig und zugleich gerührt von all den Sympathiebekundungen, die seit gestern von überall kommen." Sie scheide aber nicht im Zorn, jetzt werde sie erst einmal "abtauchen, verreisen".
Die Modedesignerin und die Jil Sander AG hatten sich überraschend ein zweites Mal getrennt. Die Hamburger Modefirma hatte am Dienstag in einer Ein-Satz Börsenmiteilung mitgeteilt, beide Seiten seien übereingekommen, "ihre Kooperation einvernehmlich zu beenden".
Kopflose Modefirma: Jil Sander trennt sich von Jil Sander
Die mit ihrem klassischen, puristischen Stil weltweit bekannt gewordene Designerin hatte ihr Unternehmen 1999 an den Prada-Konzern verkauft. Nachdem sie die Firma Anfang 2000 wegen Unstimmigkeiten mit Prada-Chef Patrizio Bertelli verlassen hatte, wurde es mit seiner Luxusmode zum Verlustbringer.
Sander konnte die Talfahrt nach ihrer Rückkehr im Mai 2003 zwar stoppen, die Konzernerlöse steigen um vier Prozent. Doch der Fehlbetrag lag noch immer bei 17 Millionen Euro. Für das laufende Jahr wird laut Sander mit einem Umsatzwachstum von 50 Prozent gerechnet.