Jura kurios: Wem gehört eigentlich das Bernsteinzimmer? - DER SPIEGEL
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Jura kurios Wem gehört eigentlich das Bernsteinzimmer?

Das verschollene Bernsteinzimmer ist eines der größten Mysterien der Weltgeschichte. Überall wird danach gesucht. Nur eine Frage bleibt: Wer ist eigentlich der Eigentümer des Millionenschatzes?
Bernsteinzimmer: Geschenk des preußischen Königs an den russischen Zaren
Bernsteinzimmer: Geschenk des preußischen Königs an den russischen Zaren

Bernsteinzimmer: Geschenk des preußischen Königs an den russischen Zaren

Foto: Arno Burgi/ picture-alliance/ ZB
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Es gibt ein Bernsteinzimmer: Es steht seit 2003 im Katharinenpalast von Sankt Petersburg. Allerdings handelt es sich dabei nur um eine Nachbildung. Das prachtvolle Original bleibt auf mysteriöse Weise verschwunden. Mal angenommen, das fast 200 Jahre alte Geschenk des preußischen Königs an den russischen Zaren taucht eines Tages doch noch auf: Wem gehört er dann?

Der Bundesrepublik Deutschland

Falsch. Deutschland akzeptiert, dass Russland der Eigentümer ist. Hier lesen Sie weitere Informationen zum Bernsteinzimmer.

Niemandem

Falsch. Hier können Sie lesen, wer der tatsächliche Eigentümer ist.

Russland

Richtig. Weitere Informationen zum Bernsteinzimmer lesen Sie hier.

Dem Finder

Falsch. Da bekannt ist, wem der Schatz gehört, fällt er nach deutschem Recht nicht an den Finder. Hier erfahren Sie, wer der tatsächliche Eigentümer ist.

Die Erklärung

Das ursprüngliche Bernsteinzimmer ist sagenumwoben - allerdings erst seit seinem Verschwinden in den letzten Tagen des Zweiten Weltkriegs. Niemand weiß, wo es sich befindet. Das legendäre Zimmer, dessen Wert auf mindestens 125 Millionen Euro geschätzt wird, war ein Geschenk des preußischen Königs Friedrich Wilhelm I. an den russischen Zaren Peter den Großen im Jahre 1716.

Zunächst befand es sich im Katharinenpalast bei Sankt Petersburg, ab 1941 war es - von den Nazis geraubt - im Königsberger Schloss ausgestellt. Nachdem es dort 1944 gebrannt hatte, wurde das Zimmer demontiert und in Kisten weggeschafft. Seit es 1945 englische Luftangriffe auf Königsberg gab, ist es verschollen.

Allerdings nicht das ganze Zimmer. Einige Stücke des Bernsteinzimmers wurden in den vierziger Jahren gestohlen. Welche genau, ist ungewiss. Sicher ist nur, dass eine Kommode und ein Steinmosaik 1997 in Deutschland gefunden wurden. Diese letzten beiden Originalteile des Bernsteinzimmers gab die Bundesregierung an Russland zurück.

Wo könnte sich das Bernsteinzimmer heute befinden? Vermutlich ist es verbrannt. Nicht auszuschließen ist aber auch, dass sich noch Kisten in den ausgedehnten Kellergewölben des Königsberger Schlosses befinden. Diese wurden allerdings zum Teil gesprengt und sind nicht komplett begehbar.

Andere Forscher glauben, dass die Nazis die Kisten in den letzten Stunden vor dem Einmarsch der Alliierten aus Königsberg herausgeflogen haben. Sie könnten heute in Wustrow (Mecklenburg-Vorpommern), in einem mittelalterlichen Bergwerk im Poppenwald im Landkreis Aue-Schwarzenberg oder aber im Dorf Schwarzort in Litauen liegen. Oder sie sind auf ein Schiff oder U-Boot gelangt, das dann in der Ostsee gesunken ist.

Bernstein besteht aus 50 Millionen Jahre alten Baumharztropfen und ist daher extrem haltbar. Wenn das Zimmer nicht verbrannt ist, wird es noch irgendwo liegen. Nach den Regelungen zum "Schatzfund" im deutschen Bürgerlichen Gesetzbuch erwirbt der Finder eines Schatzes die Hälfte des Eigentums daran (die andere Hälfte erwirbt derjenige, auf dessen Grundstück der Schatz gefunden wurde). Das gilt aber nur, wenn der Eigentümer nicht mehr zu ermitteln ist.

Eines aber ist gewiss: Wo auch immer das Bernsteinzimmer liegt, es gehört Russland.

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