Jura kurios Wem gehört eigentlich die Deutsche Bank?
Deutsche Bank: Fünf Prozent der Anteile hält das Institut selbst
Foto: ddpDie Deutsche Bank kann sich nicht über zu geringe Aufmerksamkeit beklagen. Das Institut ist auch deshalb so stark in den Medien präsent, weil Vorstandschef Josef Ackermann polarisiert. Etwa mit der Forderung nach einer hohen Eigenkapitalrendite oder dem Victory-Zeichen im Gerichtssaal. Aber wem gehört das urdeutsche Geldhaus, dem der Schweizer vorsteht?
Dem deutschen Staat
Das ist falsch. Trotz des Namens war das Institut nie Eigentum des deutschen Staates. Lesen Sie hier, wem die Deutsche Bank wirklich gehört.
Den Aktionären der Bank
Richtig. Lesen Sie hier weitere Informationen über die Besitzverhältnisse bei der Deutschen Bank.
Niemandem
Das ist falsch. Lesen Sie hier, wem die Deutsche Bank wirklich gehört.
Der Europäischen Zentralbank - als "deutsche Abteilung"
Das ist falsch. Die Europäische Zentralbank ist mit der Deutschen Bank nicht eigentumsrechtlich verflochten. Lesen Sie hier, wem das Institut wirklich gehört.
Die Erklärung
Die Deutsche Bank hat trotz ihres Namens nichts mit dem deutschen Staat zu tun. Zumindest, was die Struktur ihrer Eigentümer angeht. Sie darf also nicht mit der Deutschen Bundesbank verwechselt werden.
Die Deutsche Bank ist eine Aktiengesellschaft. Das heißt: Sie befindet sich im Eigentum ihrer Aktionäre. Allerdings hält das Institut rund fünf Prozent der Aktien selbst, der Rest befindet sich in Streubesitz. Neben Privatpersonen halten vor allem institutionelle Anleger wie Fondsgesellschaften Anteilsscheine an dem Unternehmen. Jeder kann sich einen Mini-Anteil an der Deutschen Bank kaufen. Der Aktienpreis bildet sich jeden Tag an der Börse.
Gegründet wurde die Deutsche Bank 1870. Das Geldhaus hat damit zwei Währungsreformen (1923 und 1948), zwei Weltkriege und eine Zerschlagung (1947 durch die Alliierten) überlebt. Diese historische Entwicklung zeigt sich auch an den sechs Währungen, in denen das Grundkapital der Bank aufgebracht wurde: Es begann 1870 mit dem Taler, wechselte zwischen 1873 und 1876 in die Mark, die 1923 durch die Rentenmark und 1924 durch die Reichsmark abgelöst wurde. 1948 wurde die Deutsche Mark eingeführt, zur Jahrhundertwende dann der Euro.