Jura kurios Wem gehört eigentlich ein Punkt in Flensburg?
Autos auf der Straße: Bei 18 Punkten ist der Führerschein weg
Foto: Robot Visual Systems/ picture alliance / dpaDer offizielle Name ist verdammt sperrig: Verkehrszentralregister. Deshalb sprechen die meisten Menschen von "Punkten in Flensburg", wenn sie dort einen Eintrag haben. Immerhin sind mehr als sieben Millionen Autofahrer und Verkehrssünder in der Datei registriert. Also rund 15 Prozent aller Deutschen, die einen Führerschein haben. Aber wem gehören die Punkte in Flensburg eigentlich?
Dem Kraftfahrt-Bundesamt
Richtig. Lesen Sie hier mehr zum Thema.
Dem jeweiligen Führerscheinbesitzer
Falsch, das wäre ja noch schöner. Lesen Sie hier, wem die Flensburger Punkte wirklich gehören.
Niemandem
Das ist leider falsch. Lesen Sie hier, wem die Flensburger Punkte wirklich gehören.
Dem Bundesverkehrsminister
Falsch, aber das Kraftfahrt-Bundesamt ist als sogenannte Bundesoberbehörde dem Verkehrsministerium unterstellt. Lesen Sie hier, wem die Flensburger Punkt wirklich gehören.
Die Erklärung
Es ist wohl lustig gemeint: "Sie sind punktgenau gelandet" begrüßt das Kraftfahrt-Bundesamt die Besucher auf seiner Internetseite, die sich über die Flensburger Punktekartei informieren möchten. Dabei möchte niemand wirklich Punkte in Flensburg haben. Denn bei 18 Punkten ist der Führerschein weg.
Wer zum Beispiel an einer engen oder unübersichtlichen Straßenstelle parkt, erhält einen Punkt. Wer außerhalb geschlossener Ortschaften rechts überholt, wird mit drei Punkten bestraft. Genauso viele Punkte gibt es für Fahrer, die bei Nebel, Schneefall oder Regen außerhalb geschlossener Ortschaften tagsüber nicht das Abblendlicht anhaben. Vier Punkte drohen bei Autofahrten unter Drogeneinfluss - Fahrverbot inklusive.
Es sind zwar die Punkte eines Führerscheininhabers, die in Flensburg gesammelt werden, aber die Dokumentation der Einträge ist Aufgabe des Kraftfahrt-Bundesamtes. Macht man keine weiteren Dummheiten, werden die Punkte nach einigen Jahren gelöscht. Bei einer Ordnungswidrigkeit dauert es zwei Jahre, bis die Punkte futsch sind. Wer immer noch nicht aus seinen Fehlern lernt und weitere Ordnungswidrigkeiten begeht, muss fünf Jahre auf den Flensburger Neuanfang warten.
Auch Punkte aufgrund von Straftaten, die nicht im Zusammenhang mit Alkohol oder Drogen stehen, werden erst nach fünf Jahren gelöscht. Sind Drogen oder Alkohol im Spiel, muss man sogar zehn Jahre bis zur Löschung der Punkte warten. In manchen Fällen ist das allerdings das geringste Problem. Mancher ehemaliger Autofahrer verbringt einen Teil dieser Zeit im Gefängnis.