Jura kurios: Wem gehört eigentlich Hitler? - DER SPIEGEL
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Jura kurios Wem gehört eigentlich Hitler?

Eigene Kinder hatte Adolf Hitler nicht, doch in den USA leben zwei entfernte Verwandte. Sind sie die Erben des Diktators? Oder gehört sein Nachlass jemandem anderen? Die Frage ist durchaus bedeutsam, denn es geht um einiges: ein Haus in bester Münchner Lage - und die Rechte an "Mein Kampf".
Adolf Hitler: Entfernte Familienangehörige in den USA
Adolf Hitler: Entfernte Familienangehörige in den USA

Adolf Hitler: Entfernte Familienangehörige in den USA

Foto: A9999 DB dpa/ dpa
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Hamburg - Nach außen gab sich der Diktator stets bescheiden, setzte sich als Luxus-Verächter in Szene, der nur eines liebe: sein Vaterland. Doch tatsächlich war Adolf Hitler ein wohlhabender Mann. Nur was ist aus seinem Nachlass geworden? Wem gehört Hitler heute?

Dem Freistaat Bayern

Richtig. Hier finden Sie weitere Informationen.

Niemandem

Falsch. Hier erfahren Sie, wem der Nachlass heute gehört.

Den nächsten Verwandten Hitlers, zwei Neffen, die heute unter anderem Namen in den USA leben.

Falsch. Es gibt zwar zwei entfernte Familienangehörige Hitlers in den USA, sie haben aber nichts geerbt. Hitler selbst hatte, soweit man weiß, keine Kinder. Hier erfahren Sie, wem sein Nachlass heute gehört.

Es gibt keinen Nachlass, es wurde alles eingezogen, um die Opfer zu entschädigen.

Falsch. Die Immobilien wurden als "Sühneleistung" eingezogen. Hier finden Sie weitere Informationen zum Thema.

Die Erklärung

Drei Jahre nach dem Selbstmord Hitlers, anno 1948, hat ein Münchner Gericht die Einziehung von Hitlers gesamtem Vermögen verfügt und dem bayerischen Staat zugeschlagen. Vornehmlich ging es um den Gebäudekomplex Obersalzberg sowie das Haus Nr. 16 am Münchner Prinzregentenplatz, das Hitler gehörte und wo er im zweiten Stock eine Privatwohnung unterhielt. Hitlers Soldbuch aus dem Ersten Weltkrieg, sein Waffenschein und sein österreichischer Reisepass liegen heute in einem grauen, etwa 40 Zentimeter langen Pappkarton, der in einem Tresor im Bayerischen Hauptstaatsarchiv München aufbewahrt wird. Die Unterlagen wurden 1950 bei Hitlers Haushälterin Anny Winter gefunden.

Auch die Rechte an Hitlers "Mein Kampf" sprach das Gericht dem Freistaat zu. Das Land Bayern recherchiert aus diesem Grund weltweit nach Nachdrucken von diesem Buch, um sein Urheberrecht durchzusetzen. Regelmäßig verlangt das Land dann, dass eine Unterlassungserklärung abgegeben und die Auflage eingestampft wird. Das kann allerdings nur bis zum Jahre 2015 geschehen, da das Urheberrecht 70 Jahre nach dem Tod des Autors erlischt.

Übrigens: In den USA und Großbritannien greift das Urheberrecht des Landes Bayern nicht, da der Eher-Verlag die Rechte in den dreißiger Jahren an dortige Verlage verkauft hatte.

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