Gefährlicher Brand auf offener See: Vor der kanadischen Insel Britisch-Kolumbien stand ein Frachtschiff mehrere Tage in Flammen. Die 260 Meter lange »ZIM Kingston« hatte am Samstag bei schwerer See rund 40 Container verloren. Kurz darauf gerieten zwei weitere Container an Bord in Brand.
Das Feuer konnte zunächst nicht mit Wasser gelöscht werden, da die brennenden Container insgesamt 52 Tonnen nicht näher bezeichneter Chemikalien enthielten.
Am Sonntag konnte das Feuer zumindest unter Kontrolle gebracht werden.
JJ Brickett, Kommandant der kanadischen Künstenwache:
»Das Unternehmen selbst berichtet, dass der Großteil des Feuers gelöscht sei. Es schwelt aber noch. Man hat versucht, das Feuer abbrennen zu lassen. Mit anderen Worten: Der Container brennt aus, während alles andere um ihn herum gekühlt wird, damit sich nichts mehr entzündet. Wenn wir uns die Bilder ansehen, können wir keine Versengungen oder Verkohlung an den angrenzenden Containern erkennen. Das ist ein wirklich gutes Zeichen.«
Wieso die Container in Brand gerieten, ist nicht bekannt. Der Schiffseigentümer teilte am Sonntag mit, dass es keine Verletzten gegeben habe. Sechzehn Besatzungsmitglieder wurden nach dem Ausbruch des Brandes von der »ZIM Kingston« evakuiert. Fünf blieben an Bord, um das Feuer zu bekämpfen.
Küstenwachenschiffe aus den USA und Kanada suchennoch immer nach den havarierten Containern. Sie sollen geborgen werden. Im Moment scheint keiner der Container in Richtung Küste zu treiben, so die Küstenwache.
Die »IM Kingston« liegt mehrere Kilometer vor der Südküste von Vancouver Island vor Anker. Die Bewohner der Insel sind nach offiziellen Angaben nicht in Gefahr. Doch der Brand könnte den globalen Stau im Container-Schiffsverkehr weiter verschärfen. Aufgrund der Coronakrise und der einwöchigen Blockade im Suezkanal Ende März kommt es weltweit derzeit zu massiven Lieferverzögerungen. Unfälle mit Containerschiffen beobachtet der Handel deshalb mit Sorge.