Kinowelt: Gläubigerbank stellt Konkursantrag - DER SPIEGEL
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Kinowelt Gläubigerbank stellt Konkursantrag

Am Neuen Markt zeichnet sich eine weitere spektakuläre Pleite ab. Die niederländische Gläubigerbank ABN Amro hat jetzt einen Insolvenzantrag über das Vermögen des Medienunternehmens Kinowelt gestellt.
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München - Wie die hoch verschuldete Kinowelt Medien AG am Freitag mitteilte, hat eine der Gläubigerbanken, die niederländische ABN Amro, jetzt Konkursantrag beim Amtsgericht München gestellt.

Mit immer neuen unrentablen Projekten und zuletzt dem Kauf eines riesigen Spielfilm-Paktes in Hollywood geriet die Kinowelt AG in die roten Zahlen. Der Schuldenberg beträgt inzwischen 370 Millionen Euro. Weil Kinowelt einen jetzt fälligen Kredit der ABN Amro Bank über 71 Millionen Euro nicht zurückzahlen konnte, beantragte die Bank ein Insolvenzverfahren. Bis zu einer Entscheidung des Gerichts kann es noch einige Wochen dauern.

Kinowelt-Sprecher Jörg Lang sagte, das Unternehmen versuche, in Gesprächen mit den Banken und der bayerischen Regierung noch eine Lösung zu finden. Die Kinowelt AG hat derzeit noch 700 Mitarbeiter. Hauptaktionäre sind die Vorstandschefs Michael und Rainer Kölmel mit 31 Prozent und die Münchener Rückversicherung mit fünf Prozent. Der Börsenhandel wurde am Freitag zunächst ausgesetzt.

Verlust doppelt so hoch wie der Umsatz

In den ersten neun Monaten des Jahres hatte Kinowelt 309 Millionen Euro Verlust gemacht. Der Umsatz brach auf 168 Millionen Euro ein. Vor allem mit Fernsehlizenzen rutschte das Unternehmen tief ins Minus. Das 286 Millionen Euro teure Hollywood-Paket hatte Kinowelt diese Woche mit hohen Abschreibungen an Warner Brothers zurückgegeben. Die Fernsehsender von RTL und von Kirch, dem Kinowelt das Paket vor der Nase weggeschnappt hatte, hätten keinen Film übernommen, sagte Lang. Auch im Kinogeschäft schrieb Kinowelt rote Zahlen. Nur das Videogeschäft machte etwas Gewinn. Das Eigenkapital schrumpfte auf 32 Millionen Euro zusammen. Nach harten Einschnitten erwirtschaftet das Unternehmen nach eigenen Angaben zurzeit aber immerhin einen operativen Überschuss vor Zinsen, Abschreibung und Tilgung.