Kirch-Pleite: Geheimgespräche mit Bertelsmann? - DER SPIEGEL
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Kirch-Pleite Geheimgespräche mit Bertelsmann?

Bertelsmann-Vorstand Ewald Walgenbach hat sich angeblich mit Premiere-Chef Georg Kofler getroffen. Möglicherweise steigt Deutschlands größter Medienkonzern nach der Kirch-Insolvenz wieder ins Bezahlfernsehen ein.
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Cannes - Wie das "Wall Street Journal" (WSJ) unter Berufung auf informierte Kreise berichtet, hat Bertelsmann-Vorstand Ewald Walgenbach in den vergangenen Tagen in München mit KirchPayTV-Geschäftsführer Georg Kofler über einen Einstieg in den Bezahlsender Premiere und den Teleshoppingkanal HOT gesprochen.

Bertelsmann hatte bis März 1999 eine 50-prozentige Beteiligung am Kirch-Bezahlfernsehen gehalten. Auf Grund von Unstimmigkeiten über die Führung der Bezahlfernseh-Aktivitäten hatte sich Bertelsmann nach und nach von dem Anteil getrennt. Die verbliebene fünfprozentige Beteiligung hatte Bertelsmann im vergangenen Jahr veräußert. Das Management vom TV-Sender RTL, an dem Bertelsmann mehr als 90 Prozent hält, steht einem Wiedereinstieg von Bertelsmann bei Kirch dem Bericht zufolge jedoch skeptisch gegenüber.

Nach Informationen von "manager-magazin.de" hat Bertelsmann den Plänen zum Premiere-Einstieg bereits eine klare Absage erteilt. "Da ist nichts, aber auch gar nichts dran" zitiert die Online-Ausgabe des "manager magazins" einen Bertelsmann-Manager. Dessen Ansicht nach wurde das Gerücht nur von Premiere-Chef Kofler gestreut, um bei den Preisverhandlungen höher pokern zu können.

Nach einem Bericht des "Handelsblatts" will Bertelsmann nur einen kleineren Teil, "weniger als ein Drittel", an Premiere übernehmen. Ein Anteil an Premiere wäre derzeit billig zu haben: In Kirch-Kreisen werde der Wert des Pakets auf rund eine Milliarde Euro beziffert. Bei Premiere wäre der Partner aus Gütersloh hoch willkommen. "Bertelsmann versteht etwas von Abonnentenverwaltung", hieß es in Unterföhring. Aus dem Umfeld von Premiere-Chef Georg Kofler verlaute, dass er keine Berührungsängste gegenüber Bertelsmann als Gesellschafter habe, wenn der unternehmerische Spielraum nicht eingeschränkt sei, berichtet das "Handelsblatt".