WIRTSCHAFTSPOLITIK Konzernchefs für Klimaschutz
Die Forderung des CDU-Wirtschaftsflügels, den Klimaschutz auch wegen der Finanzkrise zurückzuschrauben, stößt bei deutschen Großkonzernen auf Ablehnung. Gerade in Krisenzeiten müsse man den Blick nach vorn richten und sich auf die künftigen Wachstumsfelder Umwelt- und Klimatechnologien konzentrieren, sagt der Vorstandsvorsitzende von Siemens, Peter Löscher. Der niedersächsische Ministerpräsident Christian Wulff (CDU) sowie der CDU-Wirtschaftsrat hatten jüngst verlangt, das geplante EU-Klimapaket zu verschieben. Löscher verwies dagegen auf das enorme wirtschaftliche Potential, das in »grünen Technologien« stecke. 2007 habe Siemens schon ein Viertel seines Umsatzes damit erzielt. Er erwarte, dass das Umweltportfolio bis 2011 von heute 17 auf 25 Milliarden Euro wachsen werde. Dazu zähle etwa das Geschäft mit hocheffizienten Gasturbinen, umweltfreundlichen Zügen und Windkraftanlagen. »Hier muss man investieren«, sagt der Siemens-Chef, »das nützt der Umwelt und der Wirtschaft gleichermaßen.« Ähnlich wie Löscher äußert sich der Vorstandsvorsitzende des Energiekonzerns EnBW, Hans-Peter Villis: »Der Klimawandel schreitet fort, unabhängig davon, ob die Finanzwelt in eine Krise gerät«, sagt er. Der Klimawandel könne ein »enormer Innovationstreiber sein«. Zugleich warnt Villies seine Managerkollegen davor, den geplanten EU-weiten Börsenpreis für den Kohlendioxidausstoß zu bekämpfen. Der Emissionshandel sei ein marktwirtschaftliches Instrument, zu dem es keine Alternative gebe. Beide Konzernchefs betonen, derzeit hätten deutsche Unternehmen bei Umwelttechnologien einen Vorsprung gegenüber amerikanischen Konkurrenten. Diesen müsse man ausbauen.