Lebensmittel-Einzelhandel: Discounter im Preiskrieg - DER SPIEGEL
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Lebensmittel-Einzelhandel Discounter im Preiskrieg

Aldi, Lidl und Co. jagen den herkömmlichen Supermärkten immer mehr Kunden ab. Während sich die Verbraucher über drastische Preissenkungen freuen, wird auch Kritik an den Arbeitsbedingungen in der Discounterbranche lauter.
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Düsseldorf/München - Ein halbes Pfund Butter für 65 statt 73 Cent: Mit Preisabschlägen bis zu 20 Prozent drängen Discounter die traditionellen Supermärkte immer stärker zurück.

Bereits im vergangenen Jahr hatten die Billigheimer nach Angaben der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) ihren Marktanteil auf 44 Prozent gesteigert. Innerhalb von sechs Jahren konnten Aldi, Lidl und Co. um gut sieben Prozentpunkte zulegen. Die Supermärkte dagegen stürzten im gleichen Zeitraum auf einen Marktanteil von weniger als einem Vierteil ab.

Der Billigriese Aldi gilt zwar weiterhin als Preisführer. Die neue Runde im Preiskampf wurde Ende vergangener Woche allerdings vom Konkurrenten Lidl eröffnet. Prosecco, Joghurt, Reis und Wattestäbchen sind in Lidl-Filialen seitdem deutlich billiger zu haben. Anfang der Woche zogen dann auch Aldi, Penny und Norma nach und unterboten teilweise die neuen Lidl-Preise.

Die jüngsten Reduzierungen sind auch vor dem Hintergrund von vergangenen Preisanstiegen zu sehen. Im zurückliegenden Jahr konnten die Discounter trotz teilweise massiver Preiserhöhungen weitere Marktanteile gewinnen. Der Umsatz des Lebensmittel-Einzelhandels mit Gütern des täglichen Bedarfs sei 2008 um gut fünf Prozent auf mehr als 150 Milliarden Euro gestiegen. Grund dafür waren laut GfK allein die höheren Preise.

Die Billig-Läden ernten nicht nur Jubel, denn das insgesamt niedrige Preisniveau geht auf Kosten der Mitarbeiter. Immer stärker werden die harten Arbeitsbedingungen des Discounter-Personals kritisiert. Geklagt wird vor allem über unbezahlte Überstunden, befristete Verträge und schlechte Bezahlung.

Die ARD widmete dem Thema am Sonntag sogar einen ganzen Fernsehabend. Der "Tatort" drehte sich um den Mord an einem rigorosen Filialleiter, der seine Mitarbeiter zu stark unter Druck gesetzt hatte. Die anschließende Talkrunde bei Anne Will stand unter dem Motto "Tatort Arbeitsplatz". Politiker, Gewerkschafter und Arbeitgebervertreter diskutierten dort über die Arbeitsbedingungen in der Discounterbranche.

maf/AP/dpa-AFX