Lebensversicherungen Experten rechnen mit drastisch sinkenden Überschüssen
Berlin - "Die Versicherer können selbst die nun niedrigeren Renditen nur halten, wenn sie weiter stille Reserven versilbern. Doch die sind irgendwann ausgeschöpft", sagte BdV-Geschäftsführer Frank Braun der "Berliner Zeitung".
Zudem hätten die Versicherer bislang nur unzureichende Abschreibungen auf ihre Aktienbestände vorgenommen. "Zum Jahresende wird die Branche Milliardenbeträge abschreiben müssen", sagte Braun. "Sofern sich die Aktienmärkte nicht extrem erholen, werden die Überschussbeteiligungen daher weiter sinken", sagte der BdV-Geschäftsführer.
Absenkung auf Mindestzins möglich
Er halte es sogar für realistisch, dass schon bald nur noch der Mindestzins von 3,25 Prozent auf dem Sparanteil ausgeschüttet werde, sagte Braun. Kunden von Not leidenden Lebensversicherern, die von der Auffanggesellschaft Protector übernommen würden, müssten sogar "über Jahre oder sogar Jahrzehnte" damit rechnen, dass sie nur die Mindestverzinsung erhielten.
Mit einer deutlichen Senkung seiner Überschussbeteiligung hatte der größte Lebensversicherer in Deutschland, Allianz Leben, am Mittwoch ein Signal für die Branche gesetzt. Die Allianz Leben könne ihren rund sieben Millionen Kunden im kommenden Jahr nur noch eine Gesamtverzinsung von 5,3 Prozent auf den Sparanteil ihrer Prämien versprechen, teilte der Konzern mit.