Leiharbeiter: Das nächste Problem für DaimlerChrysler? - DER SPIEGEL
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Leiharbeiter Das nächste Problem für DaimlerChrysler?

Die Analysten warten darauf, dass beim angeschlagenen DaimlerChrysler-Konzern etwas passiert. Doch der Vorstoß, Leiharbeiter einzustellen, stößt auf wütenden Protest der Mitarbeiter.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Stuttgart - Der Versuch der DaimlerChrysler-Konzernleitung, Leiharbeiter einzustellen, bringt die IG Metall auf die Barrikaden. "Es ist nicht akzeptabel, dass Beschäftigte am gleichen Arbeitsplatz zu unterschiedlichen Konditionen arbeiten", sagte der Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat, Helmut Lense, am Donnerstag. Man werde diese Versuche weiterhin blockieren.

Im November hatten bereits über zehntausend Arbeiter im Werk Sindelfingen gegen die Einstellung von Leiharbeitern und gegen befristete Arbeitsverträge protestiert. Seit 1997 hatte es beim deutschen Vorzeigekonzern immer mehr befristete Arbeitsverträge gegeben. Nicht zuletzt auf Drängen des Betriebsrats wurden insgesamt 8000 befristete Stellen in unbefristete umgewandelt. Bei VW in Wolfsburg war der Streit um befristete Arbeitsverträge im Februar sogar zum Streik eskaliert.

Leiharbeit geht den Arbeitnehmervertretern bei DaimlerChrysler entschieden zu weit. Auch die Belegschaft lehne den Einsatz von Leiharbeitern kategorisch ab, sagte Lense: "Wenn es zum Abschwung kommt, stehen sie als Erste auf der Straße." Zur Flexibilisierung gebe es andere Möglichkeiten. Als Beispiel nannte Lense den Abbau von Überstunden oder die Erweiterung der Altersteilzeit. "Das kostet natürlich ein paar Pfennige mehr."

Die schlechte Lage bei Chrysler sei auch ein Thema unter den Mitarbeitern, sagte das Aufsichtsratsmitglied. "Man schaut, was für Auswirkungen hat das auf den Gesamtkonzern." In dem Zusammenhang forderte Lense eine neue gesellschaftliche Diskussion über den Begriff "Shareholder Value". Der Aktienkurs dürfe nicht das Ein und Alles einer Konzernleitung sein. Lense verteidigte aber die Fusion der beiden Autohersteller: "Das Rad zurückzudrehen wäre falsch."

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