Lieferboykott Bauern organisieren den Milchpreis-Protest
Hamburg - Milch als knappes Gut: Seit vergangenem Dienstag streiken Tausende Milchbauern in Deutschland. Sie liefern keine Milch mehr an Molkereien und Meiereien. Engpässe bei der Belieferung der Supermärkte werden ab kommenden Freitag erwartet.
Die bundesweite Aktion zeigt, wie groß die Wut und die Existenzangst der Bauern ist. Sie wollen damit Druck ausüben, auf Großmolkereien und Discounter. Deren enorme Marktmacht hat die Auszahlungspreise für Milch im vergangenen halben Jahr stark sinken lassen. Derzeit bekommen sie zwischen 27 und 35 Cent je Liter Milch. Sie fordern mindestens 40 Cent, um kostendeckend produzieren zu können. Andernfalls, sagen sie, könnten sie ihre Produktionskosten nicht mehr decken. Ihre Höfe stünden kurz vor dem Ruin.
Doch nicht alle Bauern klagen: Biolandwirten geht es insgesamt besser als konventionell produzierenden. Und auch über die Politik, über Milchquote und Marktwirtschaft denken die Bauern unterschiedlich. SPIEGEL ONLINE porträtiert fünf Landwirte aus der Republik.