LTU-Krise Piloten stimmen Sanierungsplan zu
Düsseldorf - Der Sanierungstarifvertrag habe ein Volumen von weit mehr als 60 Millionen Mark, teilte die Pilotenvereinigung Cockpit am Donnerstag mit. Dabei hätten die rund 330 Piloten unter anderem eine Gehaltskürzung von zehn Prozent und den Verzicht auf das Weihnachtsgeld bis 2003 akzeptiert.
Nach dem Zusammenbruch des LTU-Großaktionärs Swissair wird derzeit dringend ein neuer Investor für den Ferienflieger gesucht. Die nordrhein-westfälische Landesregierung führt dazu nach eigenen Angaben mit Hochdruck Gespräche mit potenziellen Investoren. Derzeit arbeitet LTU an einem Sanierungsplan, der bis 2004 Einsparungen Lohnkürzungen und Einschnitte bei Sachkosten von rund einer halben Milliarde Mark vorsieht.
Piloten tragen 40 Prozent der Gehaltskürzungen
Die Pilotenvereinigung teilte weiter mit, neben dem zehnprozentigen Gehalts- und dem Weihnachtsgeldverzicht seien in dem Sanierungstarifvertrag der Verzicht auf Gehaltssteigerungen bis Ende 2003 sowie strukturelle Veränderungen bei den Einsatzbedingungen als Eckpunkte vereinbart worden. "Die Piloten leisten damit mehr als 40 Prozent des Sanierungsbeitrages aus den Personalkosten", so ein Cockpit-Sprecher.
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Erste Gespräche waren am Freitag abgebrochen worden, da bei den Themen Flugstunden- und Arbeitsplatzgarantie keine Einigung hatte erzielt werden können. Für das LTU-Boden- und Kabinenpersonal sind entsprechende Verträge bereits unterzeichnet worden. Der Abschluss von Sanierungstarifverträgen für alle LTU-Mitarbeiter galt als wichtige Voraussetzung für die aktuellen Gespräche zwischen Gesellschaftern, Banken und Landesregierung über die Zukunft des Unternehmens.
Details des Sanierungskonzept noch unklar
Die Finanzkrise der Verluste schreibenden LTU hatte sich verschärft, nachdem der zahlungsunfähige Großaktionär Swissair vor vier Wochen um Gläubigerschutz nachsuchen musste. Die schweizerische Fluggesellschaft hatte bei Übernahme ihres knapp 50-Prozent-Anteils an der LTU den Ausgleich von Verlusten bei der Gesellschaft bis zum Jahr 2005 garantiert. Nach Angaben des Vergleichsverwalters der Swissair liegt inzwischen ein Konzept vor, wie sich die schweizerische Fluglinie von ihrem 49,9-Prozent-Anteil an der LTU trennen könne. Nähere Angaben dazu wurden zunächst nicht gemacht.
Der Kölner Handelskonzern Rewe, mit 40 Prozent zweitgrößter Anteilseigner der LTU, will sich eigenen Angaben zufolge zwar an der Sanierung des Ferienfliegers beteiligen, seine Anteile aber nicht aufstocken. Wie das Engagement aussehen wird, ist bisher noch unklar.