Managerrochade EADS beendet Führungsstreit
Paris - "Ich werde in Übereinstimmung mit den französischen Anteilseignern Forgeard vorschlagen, sagte EADS-Aktionär Arnaud Lagardère der Tageszeitung "Le Figaro". Er solle nach Aussagen von Lagardère "zusammen mit seinem deutschen Partner die großen industriellen Entwicklungen im zivilen und militärischen Bereich voranbringen".
Forgeard steht derzeit an der Spitze der EADS-Tochter Airbus. Der Franzose strebte nach Medienberichten die alleinige Führung bei dem deutsch-französischen Unternehmen an, das bislang von dem Duo Rainer Hertrich und Philippe Camus geführt wird. Forgeard, der als Vertrauter von Frankreichs Staatspräsident Jacques Chirac gilt, war wegen seines Machtstrebens zuletzt auch aus den eigenen Reihen kritisiert worden.
Lagardère widersprach Presseberichten, wonach Chirac zu Gunsten von Forgeard und eines möglichen alleinigen Chefpostens Druck ausgeübt haben soll. "Ich habe mehrmals mit dem Staatspräsidenten gesprochen, doch es hat niemals irgendeinen Druck gegeben."
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In beiden Ländern wurde die Einigung begrüßt. Der französische Staat unterstütze diese Ernennung, hieß es in einer Mitteilung des Wirtschafts- und Finanzministeriums. In München sagte ein EADS-Sprecher, nun könne wieder Ruhe in das Unternehmen einkehren.
Gleichzeitig hat der Vorstand des EADS-Großaktionärs DaimlerChrysler Thomas Enders als Co-Vorstandschef vorgeschlagen. Enders leitet derzeit den EADS-Verteidigungsbereich und soll die Nachfolge von Rainer Hertrich antreten.
Lagardère hält zusammen mit dem französischen Staat in der Holding Sogeade 30,07 Prozent an EADS, auf deutscher Seite ist DaimlerChrysler mit gleichfalls 30,07 Prozent beteiligt.
Über den Nachfolger Forgeards bei Airbus werde "Anfang kommenden Jahres in gutem Einvernehmen mit den deutschen Aktionären von EADS und auch mit den Briten von BAE Systems", entschieden werden, sagte Lagardère. An dem Flugzeugbau-Konzern Airbus ist EADS mit 80 Prozent und BAE Systems mit 20 Prozent beteiligt.