Microsoft: Bundesstaaten fordern härtere Auflagen - DER SPIEGEL
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Microsoft Bundesstaaten fordern härtere Auflagen

Etlichen US-Staaten ist die im Kartellstreit mit Microsoft vom Justizministerium vorgeschlagene Einigung zu lasch. Sie fordern härtere Beschränkungen für den Softwarekonzern.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Neun US-Staaten sowie der District of Columbia (D.C.) haben der von Richterin Colleen Kollar-Kotelly vorgeschlagenen Einigung bisher noch nicht zugestimmt. Bis Freitag müssen sie ihre Änderungswünsche einreichen.

Der bisherige Schlichtungsvorschlag des Gerichts sieht vor, dass Microsoft es PC-Herstellern erlauben muss, sein Betriebssystem Windows XP ohne Zusatzprogramme wie den Instant Messenger, den Media Player sowie den Internet-Browser Internet Explorer zu verkaufen. Microsoft muss nach dem bisherigen Schlichtungsentwurf die Programme jedoch nicht komplett entfernen, sondern lediglich den direkten Zugriff blockieren. Nach Ansicht von Kritikern haben Wettbewerber von Microsoft wenig Chancen, wenn diese Softwarekomponenten bereits vorinstalliert sind.

D.C. sowie weiteren neun Staaten geht das nicht weit genug. Die Gegner des bisherigen Schlichtungsvorschlags werden Richterin Kollar-Kotelly angeblich einen eigenen Entwurf vorlegen, der striktere Beschränkungen für Microsoft vorsieht. Nach Angaben der US-Zeitung "USA Today" fordern die Staaten folgende Punkte:

  • Microsoft soll eine XP-Version anbieten, in welcher der Explorer und andere Komponenten komplett fehlen. Die Programme nur "auszuschalten", den Programmcode jedoch nicht zu verändern, sei nicht akzeptabel.

  • Der Softwareriese soll gezwungen werden, den Quellcode seines Betriebssystems Windows stärker öffentlich zu machen als bisher geplant.

  • Die Programmiersprache Java von Sun Microsystems soll in Windows XP enthalten sein. Das würde es ermöglichen, in Java programmierte Spiele und Anwendungen auf Windows laufen zu lassen und könnte die Dominanz von Microsofts Betriebssystem vermindern.

  • Microsoft soll populäre Office-Anwendungen wie Word oder Excel auch für andere Betriebssysteme wie zum Beispiel Linux anbieten.

  • Das Softwareunternehmen soll verpflichtet werden, die Akquisition neuer Technologien durch Zukäufe oder Übernahmen vorab bei einer Aufsichtsbehörde zu melden.
Der Vorschlag lasse zudem den Zeitraum offen, für den die Auflagen gelten sollten. Der bisherige Schlichtervorschlag sah eine Frist von fünf Jahren vor.