Microsoft Gerichtskosten drücken Gewinne
Redmond - Am neuen Börsentag werden sich Analysten und Händler an die Interpretation des Zahlenwerks machen müssen, das Microsoft nach Börsenschluss vorlegte. Rechnet man die Gerichtskosten ein, hat der Software-Konzern die Erwartungen der Händler verfehlt. Klammert man die Ausgaben für die Rechtsstreitigkeiten aus, weil sie nur einmalige Posten sind, steht Microsoft aber besser da als mehrheitlich erwartet.
Im nachbörslichen Handel jedenfalls ging es zunächst einmal abwärts mit dem Microsoft-Kurs: Er fiel auf bis zu 67,9 Dollar. Im Tagesverlauf war er zuvor wegen positiv aufgenommener Geschäftszahlen bei Computer-Unternehmen wie Compaq auf bis zu 69,8 Dollar gestiegen.
Umsatzprognose gesenkt
Die Zahlen im Einzelnen: Der Gewinn pro Aktie ist im zweiten Quartal, das am 31. Dezember endete, auf 0,41 Dollar gesunken - deutlich weniger die 0,47 Dollar im Vorjahreszeitraum. Der Umsatz ist dagegen von 6,550 Milliarden auf 7,741 Milliarden Dollar gestiegen, teilte der Konzern mit. Mit ein Grund für die fallenden Kurse des Microsoft-Papiers dürfte gewesen sein, dass der Konzern skeptisch in die Zukunft blickt: Für das laufende Quartal rechnet Microsoft mit rückläufigen Umsatz - unter anderem, weil die Verkäufe des neuen Betriebssystems Windows XP abflauen dürften. Der Gewinn dürfte sich aber positiver entwickeln als erwartet, hieß es gleichzeitig.
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Beim Gewinn vor Sonderposten, aus dem die Gerichtskosten eliminiert wurden, schneidet Microsoft etwas besser ab: Dieser Wert lag mit 0,49 Dollar klar über der First-Call-Prognose von 0,43 Dollar. Den operativen Gewinn gab das Unternehmen insgesamt mit 2,841 Milliarden Dollar an, nach 3,194 Milliarden im zweiten Quartal des vorigen Geschäftsjahres. Der Konzernüberschuss ging von 2,624 Milliarden auf 2,283 Milliarden Dollar zurück.
"Die Rekordumsätze des Quartals gehen auf drei erfolgreiche Produkteinführungen zurück", erläuterte John Connors, der Finanzchef des Konzerns. Sowohl Windows XP, die Xbox und das Internetportal MSN seien sehr erfolgreich. So sei das neue Betriebssystem seit dem 25. Oktober insgesamt 17 Millionen Mal verkauft worden. Bei der Spielekonsole rechnet Microsoft mit einem anhaltenden Erfolg. Neue Spiele sollten das Jahr 2002 zu einem noch viel versprechenderen Jahr machen, hieß es.
Trotzdem blickt Microsoft sorgenvoll in die Zukunft, was das Geschäft jenseits der USA betrifft: Connors zeigte sich beunruhigt über den Zustand der Weltwirtschaft. Eine Erholung in vielen der weltgrößten Märkten stehe noch aus, sagte er.