Microsoft Urteil weckt Phantasie
New York - "Der Entscheid des Gerichtes ist keine Riesenüberraschung, aber es beeinflusst die Technologiewerte auf jeden Fall positiv", sagte Owen Fitzpatrick von Bankers Trust Private Banking. Microsoft, die zeitweise vom Handel ausgesetzt wurden, schlossen 2,21 Prozent höher auf 72,71 Dollar. Für den Rivalen AOL Time Warner war das Urteil keine gute Nachricht, AOL Papiere fielen gegen den Trend um 60 Cent auf 52,08 Dollar.
Kurz nach Wiederaufnahme des Handels der Aktien des Computerherstellers waren technische Probleme aufgetreten. Händler hatten Schwierigkeiten bei der Eingabe von Kursgeboten in die Computer. Daraufhin hatte die Nasdaq ihre Handelssysteme SelectNet und SOES rund eine Viertelstunde geschlossen. Danach ging es jedoch weiter nach oben. Der Nasdaq-Index schloss 2,43 Prozent oder 50,43 Zähler höher auf 2125,17 Punkten.
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Der Dow-Jones ging um 1,26 Prozent oder 131,37 Zähler fester auf 10.566,21 Punkten aus dem Handel. Der breiter gefasste S&P 500 legte 1,25 Prozent auf 1226,16 Zähler zu.
Positiv wirkte sich Börsianern zufolge auch die Zinssenkung der US-Notenbank Fed vom Mittwoch aus. Die Fed habe mit ihrer moderaten Zinssenkung um 25 Basispunkte angedeutet, dass sie die wirtschaftliche Lage nicht so negativ beurteile, wie einige Marktteilnehmer befürchteten, hieß es am Markt. Der Zinsschritt lasse der Fed außerdem Raum für weitere Senkungen. "Vielleicht sind sich die Marktteilnehmer bewusst geworden, dass 25 Basispunkte nicht das Ende der Welt bedeuten", sagte Charles White von Avatar Associates.
Die jüngsten Wirtschaftsdaten hätten die Konjunkturhoffnungen der Marktteilnehmer noch verstärkt, sagten Händler. Das US-Arbeitsministerium hatte zuvor mitgeteilt, die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe in den USA sei in der Woche zum 23. Juni auf 388.000 (Vorwoche revidiert 404.000) gefallen. Von Reuters befragte Volkswirte hatten mit einem Anstieg auf 412.000 Anträge gerechnet.
Bei den Unternehmenswerten zogen die Titel des Chipherstellers Altera um 7,12 Prozent auf 28 Dollar an. Das Unternehmen hatte mitgeteilt, es werde rund sieben Prozent der Stellen streichen. Altera sehe jedoch Anzeichen für eine Stabilisierung des US-Marktes.
An der Wall Street wechselten insgesamt 1,3 Milliarden Aktien den Besitzer. Dabei schlossen 1882 Titel im Plus und 1211 im Minus. Bei Umsätzen von rund 1,9 Milliarden Aktien standen sich an der Nasdaq 2323 Gewinner und 1399 Verlierer gegenüber. Am US-Anleihenmarkt notierten die richtungsweisenden 30-jährigen Bonds 30/32 tiefer und erbrachten eine Rendite von 5,692 Prozent.