Mögliche Synergien Renault hat Interesse an Chrysler - nach 2009
Paris - Renault hält für die Zeit nach 2009 eine Annäherung an Chrysler oder Ford für denkbar. Das sagte Konzernchef Carlos Ghosn der Zeitung "Le Parisien". Bisher hatten die Franzosen vergeblich versucht, General Motors (GM) in das bestehende Bündnis von Renault und Nissan einzubinden. Die Strategie eines engeren Kontakts nach Amerika sei aber "weiter richtig", betonte Ghosn. In Frage kämen auch andere US-Partner wie Chrysler oder Ford.
Ghosns Argumentation ist die gleiche wie seinerzeit die des Daimler-Benz-Konzerns bei der Übernahme von Chrysler. Es seien "Synergien möglich", erklärte Ghosn. Die deutsch-amerikanische Auto-Ehe ist mittlerweile allerdings gescheitert: Daimler trennt sich gerade wieder von Chrysler. Käufer der US-Sparte ist der Finanzinvestor Cerberus.
Für Ghosn ist eine mögliche Annäherung an Chrysler deshalb kein Projekt für die nahe Zukunft. Im Auge habe man die Zeit nach 2009, sagte er. Vorrang habe für Renault der Plan "Vertrag 2009", der die Markteinführung von 26 Modellen vorsieht.
Den Anfang macht der neue Twingo in diesem Monat. Dazu kommen auch neue Baureihen wie der Geländewagen Koléos. Auch die Gründung neuer Marken und die Wiederbelebung des Alpine fasst Ghosn ins Auge. Einen Partner sucht Renault noch für die Entwicklung von Elektroautos.
Angesichts der größeren Konkurrenz auf dem Kleinwagenmarkt will Ghosn den Twingo schon ab 7990 Euro anbieten. Renault will pro Jahr 150.000 Fahrzeuge dieses Typs fertigen. Vom Vorgängermodell wurden im Einführungsjahr 1995 rund 240.000 Autos gebaut.
wal/dpa