Münz-Fetischisten: Deutsche horten noch 15 Milliarden Mark - DER SPIEGEL
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Münz-Fetischisten Deutsche horten noch 15 Milliarden Mark

Auch drei Jahre nach Einführung des Euro-Bargeldes horten die Deutschen noch Milliarden D-Mark, vor allem in Form von Münzen. Die Bundesbank geht inzwischen davon aus, dass ein großer Teil des Geldes nie umgetauscht wird.
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Frankfurt am Main - Nach Mitteilung der Bundesbank waren Ende Dezember 2004 noch DM-Scheine im Wert von 7,88 Milliarden Mark sowie Pfennig- und Mark-Münzen im Wert von 7,30 Milliarden Mark nicht umgetauscht worden. In Sparstrümpfen und Spardosen waren damit insgesamt noch 15,18 Milliarden Mark versteckt. Ein Jahr zuvor waren es noch 15,8 Milliarden Mark gewesen.

Laut Bundesbank sind derzeit knapp drei Prozent der einstmals umlaufenden Scheine noch nicht in Euro eingewechselt worden. Bei den Münzen liegt der Anteil bei 45,5 Prozent. "Wir gehen davon aus, dass wir zwei Prozent der Scheine und 40 Prozent der Münzen nicht zurück bekommen, weil sie in Sammlungen liegen, in Sofaritzen verschwunden sind oder im Ausland umlaufen", sagte eine Bundesbank-Sprecherin.

"Es muss sich niemand beeilen"

Allein im Dezember tauschten die Deutschen rund 70 Millionen Mark bei der Bundesbank um. "Es muss sich niemand beieilen, die rund 60 Bundesbank-Filialen tauschen zeitlich unbefristet sowohl Scheine wie Münzen ein." Im Gesamtjahr 2004 (bis zum 21. Dezember) kamen rund 794.000 Privatleute und Unternehmen zu den Bundesbank-Filialen und wechselten rund 403 Millionen D-Mark in die neue Währung. Dort ist der Umtausch kostenlos und zeitlich unbefristet möglich, während Banken und Sparkassen diesen Service nicht mehr bieten.

Nach einer jüngsten Umfrage der Dresdner Bank wünschen sich mehr als die Hälfte aller Deutschen die D-Mark zurück. Von 1300 Befragten würden 54,3 Prozent eine Wiedereinführung der alten Währung begrüßen, während sich 42,6 Prozent mittlerweile mit dem Euro angefreundet haben.

C&A verlängert D-Mark-Aktion

Die Textilkette C&A hat ihre seit November laufende DM-Aktion wegen des großen Erfolgs bis Ende Januar verlängert. Bislang seien rund 22 Millionen Mark Umsatz erzielt worden, davon 18 Millionen bis Heiligabend. "Das Ergebnis hat uns völlig überrascht", sagte ein Unternehmenssprecher am Donnerstag. Die seit 22. November laufende Kampagne sollte eigentlich am 24. Dezember beendet werden.

Bereits 2002 hatte das Düsseldorfer Unternehmen seine Kunden mit DM-Beständen vier Wochen vor Weihnachten einkaufen lassen und damals gut 24 Millionen DM-Umsatz erwirtschaftet. Einer von C&A in Auftrag gegebenen Umfrage zufolge finden die meisten Befragten es zu umständlich, ihre DM-Bestände bei einer der Bundesbank-Filialen einzutauschen.