Nach der Schlichtung: Lufthansa droht damit, Flüge einzustellen - DER SPIEGEL
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Nach der Schlichtung Lufthansa droht damit, Flüge einzustellen

Wenn die Passagiere der Lufthansa demnächst auf einige Flugrouten verzichten müssen, ist das nach Ansicht von Karl-Ludwig Kley die Schuld der Piloten. Wenige Tage nach der Tarifeinigung kartet der Finanzvorstand des Unternehmens nach.
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Frankfurt - In einem am Samstag vorab veröffentlichten Interview mit dem Magazin "Focus" sagte Kley, hohe Personalkosten könnten dazu führen, "dass wir einzelne Strecken nicht mehr fliegen". Die gestiegenen Personalkosten könnten wegen der Konkurrenzsituation nicht an die Fluggäste weitergereicht werden. Am Mittwoch hatte die Lufthansa ihre Gewinnschätzung für 2001 deutlich gesenkt und einen Kursrutsch ihrer Aktie ausgelöst.

Kley kritisierte die Tarifeinigung mit der Piloten-Gewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC), die für 2001 Einkommenserhöhungen von zwölf Prozent sowie eine Einmalzahlung von zwei Monatsgehältern vorsieht, was sich insgesamt auf knapp 30 Prozent addiert. Dieser Abschluss sei "im finanziellen Sinn nur schwer vertretbar und hat auch zu lange gedauert". Die Piloten erhalten nach Tarifvertrag 2002 und 2003 eine weitere strukturelle Anpassung sowie eine Erhöhung entsprechend der durchschnittlichen Tarifabschlüsse in Westdeutschland. Zur Durchsetzung ihrer Gehaltsforderungen hatten die Flugkapitäne mehrmals gestreikt und dabei den Lufthansa-Flugverkehr zum großen Teil lahm gelegt.

Kley rechnet nicht damit, dass der Abschluss mit den Piloten zum Modell für weitere Verhandlungen der Lufthansa wird, zum Beispiel mit dem Kabinen- und Bodenpersonal im Sommer. "Finanziell sind alle Tarifverhandlungen ein Risiko", sagte der Lufthansa-Finanzvorstand. Die Fluggesellschaft gehe aber davon aus, dass der Verhandlungsansatz der VC in Deutschland einmalig bleibe.

Am Mittwoch hält die Lufthansa ihre Hauptversammlung ab. Mit Blick auf den Kurs der Lufthansa-Aktie bekräftigte Kley das Ziel, einen Wert über 30 Euro zu erreichen. Er bezeichnete das Papier als "defensive Aktie", deren Durchbruchspotenzial nach unten limitiert sei. Am Freitag waren Lufthansa mit 20,10 Euro aus dem Handel an der Frankfurter Börse gegangen. Zahlreiche Analysten hatten die Lufthansa-Titel nach der Gewinnwarnung in der vergangenen Woche zurückgestuft.