Nach Intel-Schock Dax gegen den weltweiten Abwärtstrend
Frankfurt am Main/New York - Nicht einmal die Intervention der vier größten Notenbanken zu Gunsten des Euro konnte den Abwärtstrend an den Weltbörsen am Freitag stoppen: Die Gewinnwarnung von Intel hallte noch nach. Besonders die Technologiewerte verzeichneten deutliche Kursverluste.
Die Wall Street eröffnete wie erwartet schwach: Der Dow Jones gab um über ein Prozent nach, der Nasdaq-Composite um knapp vier Prozent.
In Frankfurt konnte sich der Dax nach starken Verlusten während des Tages am Nachmittag wieder fangen: Er notierte zwischenzeitlich wieder leicht im Plus. Grund waren hohe Kursgewinne bei vielen Werten, die die Verluste der Technologietitel ausglichen.
In Paris sank das Börsen-Barometer CAC 40 um gut ein Prozent, ebenso wie in London der FTSE-Index. Zuvor hatten bereits die asiatischen Börsen sehr schwach tendiert: Die Leitbörse in Tokio gab um drei Prozent nach. Einbrüche gab es auch an den Börsen in Hongkong, Taiwan, Thailand und Malaysia.
Beherrscht wurden die Börsen von der Ankündigung von Intel am Donnerstagabend, die Umsätze würden im dritten Quartal statt der erwarteten neun bis zehn Prozent nur um drei bis fünf Prozent steigen. Die Intel-Aktien fielen in den USA im nachbörslichen Handel zeitweise um 21 Prozent.
In Deutschland versuchte der Siemens-Konzern mit Rekordgewinn-Prognosen, den Kurseinbruch bei der Halbleitertochter Infineon und die eigene Talfahrt zu bremsen. "Siemens und Infineon stehen vor einem Rekordergebnis", betonte eine Sprecherin in München. Auch Epcos bekräftigte, das Unternehmen erwarte einen Rekordgewinn. Trotz der Ankündigungen gaben die Aktien weiter nach.