Nach Leitzinserhöhung Euro fällt unter 87 Cent
Frankfurt am Main - Der Euro ist am Donnerstagnachmittag zwischenzeitlich auf 0,8694 US-Dollar gefallen. Zuvor hatte die EZB ihre Leitzinssätze um 0,25 Prozent erhöht. EZB-Präsident Wim Duisenberg hatte betont, der Zinsschritt stünde nicht in Verbindung mit der Euro-Intervention der Notenbanken im September. Die EZB bekämpfe allein das Inflationsrisiko, nicht die Euroschwäche.
Analysten interpretierten die Zinserhöhung jedoch als Versuch, den Euro weiter zu stabilisieren. Und der sei fehlgeschlagen: "Faktisch hat das dem Euro nicht geholfen", sagte Stefan Schilbe von HSBC Trinkaus & Burkhardt in Düsseldorf.
Inzwischen mache sich die Meinung breit, dass die EZB die Schraube überdreht habe. Da einige Indikatoren bereits auf ein Abflachen der Konjunktur im Euroraum hinwiesen, werde nun befürchtet, dass der Zinsschritt die Wirtschaftsdynamik weiter dämpfen könnte, sagte Schilbe. Eine verlangsamte Konjunktur würde den Euro jedoch erst richtig schwächen.
Eine weitere Euro-Intervention hält Schilbe für wahrscheinlich. "Das letzte Interventionsniveau hat bei 0,87 Dollar gelegen", erinnerte der Experte. Er glaube nicht, dass die EZB den Euro-Kurs unter diese Marke fallen lassen werde. Andernfalls würde eine Spekulationswelle gegen die europäische Währung losgetreten.