Neue Allianzen Google kooperiert mit Nokia, Yahoo mit T-Mobile
Barcelona - Yahoo gegen Google - diese Konkurrentenkonstellation gilt zusehends auch im mobilen Internet: Beide Web-Giganten schmieden Allianzen für das mobile Internet. Auf der Branchenmesse Mobile World Congress in Barcelona und in Helsinki wurden jetzt neue Partnerschaften und Projekte bekanntgegeben - das gibt auch Ausblick darauf, wie das mobile Internen demnächst ticken wird.
So wird der weltweit führende Handy-Hersteller Nokia seine neuen Mobiltelefone künftig mit Googles Suchmaschine ausrüsten, zunächst allerdings nur im kleinen Rahmen. Wie Nokia mitteilte, soll Google kurzfristig nur bei einigen Modellen und nur auf ausgewählten Märkten in die Handy-Suchfunktionen integriert werden. Langfristiges Ziel sei aber die Ausrüstung aller Internet-fähigen Modelle mit Google.
Nokia teilte in Barcelona zudem mit, dass mit dem US-Anbieter Facebook über eine Zusammenarbeit beim Networking über Handy verhandelt werde.
Google selbst sprach über Zukunftspläne im Geschäftsfeld Handy-Werbung. In diesem Bereich wolle man sich "Zeit lassen", teilte Google-Manager Rich Miner mit. Zum Start des von Google initiierten Handy-Betriebssystems Android im zweiten Halbjahr dieses Jahres werde es vorerst noch keine speziellen Werbeangebote geben.
Android ist ein offenes System für mobile Geräte, hinter dem Google und mehr als 30 Anbieter und Gerätehersteller stehen. Das Betriebssystem ist auf mobiles Internet und andere Datendienste ausgerichtet. Das erste Handy mit Android will Google im vierten Quartal auf den Markt bringen. In Barcelona werden die ersten Prototypen gezeigt.
Auch Yahoo expandiert auf den Mobilfunkmarkt. Auf dem Mobile World Congress kündigte der Web-Gigant an, neuer Partner von T-Mobile bei Internet-Diensten im europäischen Mobilfunk zu sein. Yahoo stach damit seinen Erzrivalen Google als bisherigen Partner der Telekom-Tochter aus. Finanzielle Einzelheiten der Vereinbarung wurden nicht bekanntgegeben.
T-Mobile kündigte zudem an, seine Roaming-Preise für Datentransfers in Europa zu senken und eine einheitliche Gebühr für Datenverbindungen einzuführen. Die EU-Kommission hatte den Mobilfunkanbietern am Montag eine Frist bis zum 1. Juli gesetzt, um ihre Preise für Textmitteilungen und Internet-Nutzung im Ausland zu senken.
ssu/dpa/Reuters