Nokias Stärken Marke, Marge, Marktanteil
"Die Marke ist unsere zentrale Zutat", sagt Ollila immer wieder, wenn er über die künftige Strategie seines Unternehmens redet. Hier sprechen die Zahlen der Marktbeobachter von Interbrand für 2001 eine deutliche Sprache: Nokia hat es als einziger Europäer in die Top Ten der Weltmarken geschafft. Mit einem geschätzten Markenwert von rund 35 Milliarden Dollar liegen die Finnen auf Platz fünf hinter Coca-Cola, Microsoft, IBM und General Electric. Die anderen Mobilfunkmarken rangieren dagegen unter ferner liefen: Sony kommt auf Platz 20, Ericsson ist mittlerweile auf Rang 36 zurückgefallen, Motorola und Siemens haben mit den Plätzen 66 und 98 als Weltmarken derzeit nichts zu melden.
Bei den Margen, also dem Gewinn pro verkauftem Handy, wird die Spitzenstellung von Nokia noch deutlicher: Konkurrent Ericsson hat längst zugegeben, mit der Herstellung Handys kein Geld mehr zu verdienen, Motorola meldete im dritten Quartal eine vernichtende Umsatzrendite von 0,7 Prozent. Nur der Branchenprimus glänzte auch in der Krise weiter mit einer satten Gewinnmarge von rund 19 Prozent.
Ähnlich beeindruckend ist die Marktstellung von Nokia. Mit 33,4 Prozent hat das Unternehmen einen mehr als doppelt so großen Marktanteil wie der nächste Konkurrent. Motorola brachte es nach den Berechnungen der Marktforschungsfirma Gartner Dataquest im dritten Quartal auf 15,7 Prozent, andere Handyhersteller schafften es nicht über zehn Prozent.
Weil Nokia im zweiten Quartal bereits bei 34,8 Prozent war, sahen einige Marktbeobachter die Finnen schon auf dem absteigenden Ast. Nach Ansicht von Merck-Finck-Analyst Theo Kitz wäre das ein Fehler: "Das dritte Quartal ist wahrscheinlich der Tiefpunkt. In den letzten Monaten haben die Konkurrenten Lagerbestände zu Billigpreisen abgebaut und so Marktanteile gewonnen. Jetzt kommt aber Nokia wieder mit neuen Modellen heraus und wird Anteile zurückerobern", sagt er.