Opel-Krise: Clement und Steinbrück greifen ein - DER SPIEGEL
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Opel-Krise Clement und Steinbrück greifen ein

Angesichts der Opel-Krise hat Bundeswirtschaftsminister Wolfgang Clement ein Treffen mit seinem französischen Kollegen Nicolas Sarkozy abgesagt. Der Minister müsse am Donnerstag wegen der heiklen Lage in Rüsselsheim und Bochum "dringende Gesprächstermine wahrnehmen", hieß es aus dem Ministerium.
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Detroit/Düsseldorf - Clement wolle sich am Nachmittag in Bochum mit dem nordrhein-westfälischen Ministerpräsidenten Peer Steinbrück treffen, hieß es in Düsseldorfer Regierungskreisen. Er und Sarkozy haben deshalb offenbar entschieden, ihr Treffen zu verschieben.

Der Opel-Gesamtbetriebsratsvorsitzende Klaus Franz machte unterdessen dem Management schwere Vorwürfe: Die aktuelle Krise von Opel sei bereits in den 90er-Jahren durch falsche Weichenstellungen des Vorstandes ausgelöst worden. "Die Management-Fehler müssen endlich aufhören." Franz warf dem Opel- und GM-Management vor, das starke Wachstum bei Dieselmotoren und bei Nischenmodellen verschlafen zu haben.

Die Belegschaft hat nach Angaben des Betriebsratschefs in den 90er-Jahren bereits zweimal mit einschneidenden Standortsicherungsverträgen Opfer bei Löhnen und Sozialleistungen erbracht. "Von unserer Seite ist der nötige Beitrag gekommen", betonte Franz, "wir haben den Ernst der Lage erkannt."

Bochumer Belegschaft kündigt harte Gegenreaktionen

Der Betriebsratsvorsitzende der Bochumer Opel-Werke, Dietmar Hahn, warf der Konzernführung "geschäftsschädigendes Verhalten" vor. "Wir werden alles tun, um den Standort Bochum zu halten", sagte Hahn der "Westdeutschen Allgemeinen Zeitung". Dabei gehe es um "Kompromissfähigkeit" ebenso wie harte Gegenreaktionen.

In einem Interview mit der "Neuen Ruhr Zeitung" forderte der nordrhein-westfälische IG-Metall-Chef Detlef Wetzel einen "europäischen Widerstand gegen Missmanagement und die Verlagerung der Folgen auf die Beschäftigten." Ein Wettbewerb der Standorte um Dumping-Löhne oder Standort-Subventionen helfe niemandem.

General Motors   wird heute erste Grundzüge für ein europäisches Sanierungsprogramm präsentieren. Im Gespräch ist der Abbau von 10.000 bis 12.000 Arbeitsplätzen. Dieses Jahr wird GM in Europa zum fünften Mal in Folge mit einem Verlust abschließen - Branchenkreise erwarten ein Minus von 400 bis 500 Millionen Euro.

Im Jahr 2003 hatte allein Opel einen operativen Verlust von 384 Millionen Euro verbucht. GM hat bereits angedeutet, unter Umständen ein Werk komplett zu schließen. Dies könnte Opel in Rüsselsheim oder Saab im schwedischen Trollhättan treffen.