Palm: Der schwere Stein als Ladenhüter - DER SPIEGEL
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Palm Der schwere Stein als Ladenhüter

Die Konjunkturflaute hat den Branchenführer kalt erwischt. Palm rutscht immer tiefer in die Verlustzone. Das Vorzeigegerät "Tugsten" verkauft sich nicht.
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Milpitas – Im Ende Februar abgeschlossenen dritten Quartal des laufenden Geschäftsjahres verbuchte Palm einen Verlust von 172,3 Millionen Dollar. Damit addierte sich das Minus in den ersten neuen Monaten bereits auf knapp 427,6 Millionen Dollar. Der Umsatz schrumpfte in den vergangenen drei Monaten um 29 Prozent auf 209 Millionen Dollar.

Überraschend kommt das Quartalsdesaster nicht. Palm hatte bereits Anfang März eine Umsatzwarnung ausgesprochen. Gleichzeitig gab das Unternehmen bekannt, sich von 19 Prozent der Angestellten zu trennen. Mit aggressiven Preissenkungen von bis zu 20 Prozent auf einige Geräte hatte der Branchenprimus versucht, den Absatz anzukurbeln. Dennoch machte vor allem Palms Premium-Handheld "Tungsten", schwedisch für "schwerer Stein“, seinem Namen alle Ehre und blieb in den Regalen liegen. Die Verkäufe der günstigen Konsumentenmodelle hätten hingegen den Erwartungen entsprochen, hieß es.

Trotz deutlicher Absatzeinbußen in den vergangenen Quartalen konnte sich das kalifornische Unternehmen nach Angaben des Marktforschungsinstituts Gartner Dataquest mit einem Marktanteil von 36,8 Prozent weiter als Marktführer behaupten. Auf dem zweiten Platz liegt derzeit Hewlett-Packard mit 13,5 Prozent, gefolgt von Sony mit 11 Prozent Marktanteil.

Allerdings wird der Druck auf Palm fortwährend größer. Neben der Konjunkturflaute macht dem Handheld-Hersteller die zunehmende Konkurrenz durch so genannte Smartphones zu schaffen, die klassische Organizer-Aufgaben mit Handyfunktionen verbinden. Seit Herbst 2002 mischt auch der für seine aggressiven Wettbewerbsstrategien berüchtigte Softwaregigant Microsoft in diesem Markt mit.

Palm reagierte auf die Bedrohung, indem die Bereiche Hard- und Software voneinander getrennt wurden. Die Betriebssystems-Sparte PalmSource will durch die Abspaltung andere Gerätebauer als Kunden gewinnen. So plant etwa der koreanische Handygigant Samsung ab 2003 ein Smartphone auf Palm-Basis auf den Markt zu bringen. Die Trennung soll nach Angabe des Unternehmens in diesem Sommer abgeschlossen sein.