Penny Stocks: Optimismus bis zum Ende - DER SPIEGEL
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Penny Stocks Optimismus bis zum Ende

Die Vorstände der Unternehmen, deren Aktien vom Neuen Markt gefegt werden könnten, üben sich in Wortakrobatik. In einer Umfrage will keiner zugeben, dass es schlecht aussieht.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Hamburg - Selbstkritik gibt es nicht bei den Vorständen und Sprechern der Unternehmen, die das schlechte Image des Neuen Marktes mit zu verantworten haben. In einer Umfrage von manager-magazin.de wird lieber auf die Deutsche Börse geschimpft. Lynex Owens, Chef von Infogenie, sagt beispielsweise: "Bisher hat uns die Zugehörigkeit zum Neuen Markt mehr geschadet als genützt." Elmar Bob von Matchnet wird deutlicher. Seiner Meinung nach hat sich bei der Börse "irgendein realitätsfremder Bürokrat" abstruse und willkürliche Regeln ausgedacht.

Geht es um die Frage, wie das eigene Unternehmen wieder aus der Todeszone kommen soll, werden die Antworten schnell nebulös. Ulrich Schmidt, Chef des Werbevermarkters Ad Pepper, sagt nur: "Wir erwarten steigende Umsätze bei deutlich niedrigeren Kosten. Nicht anders das skandalgeschüttelte Unternehmen Met@box: Obwohl der Insolvenzverwalter bereits im Haus ist, gibt sich das Hildesheimer Unternehmen unverdrossen optimistisch. Hier weiß man, "dass sich ein erfolgreicher Vertrieb voraussichtlich auch in einem ansteigenden Aktienkurs widerspiegeln wird". Der aktuelle Kurs der Met@box-Aktie liegt bei 54 Cent und damit deutlich unter der Ausschlussgrenze von einem Euro.

Auf eine andere Vorgehensweise stützt sich die Hoffnung der Teamwork AG, die sich ebenfalls bereits im Insolvenzverfahren befindet. Das Paderborner Unternehmen hat - ähnlich wie andere Nemax-Firmen - eine einstweilige Verfügung gegen den Ausschluss beantragt. Eine Entscheidung wird laut Vorstand für den 24. Oktober erwartet. Sollte der Antrag positiv beschieden werden, wäre Teamwork bereits die elfte Gesellschaft am Neuen Markt, die eine Gnadenfrist erwirken konnte.

Einer der Befragen, Ingo Endemann von Abacho, bringt jedoch auf den Punkt, worum es eigentlich geht: "Wir sind überzeugt, dass hier nur gute Betriebsergebnisse und ordentlichen Wachstum helfen können."