Porsche Mit mehr PS zum Rekordplus
Stuttgart - Porsche hat in den ersten sechs Monaten seines seit 1. August 2000 laufenden Geschäftsjahrs einen Rekordgewinn eingefahren. Vorstandschef Wendelin Wiedeking sagte am Freitag auf der Hauptversammlung, nach vorläufigen Zahlen werde bis Ende Januar ein Konzerngewinn vor Steuern von 271 Millionen Mark erwartet. Dies sei eine Zunahme von 18,4 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Im wichtigsten Exportmarkt, den USA, rechnet der Porsche-Chef mit einem weiteren Absatzzuwachs.
Wiedeking deutete an, dass der Konzern möglicherweise den auf dem Pariser Autosalon vorgestellten Supersportwagen Carrera GT bauen werde, der rund 700.000 Mark kosten soll. Es seien inzwischen viele Kaufabsichten bekannt, aber in die Produktion werde man erst eintreten, wenn es auch weitgehend verbindliche Abnahmeverpflichtungen gäbe. "Gehen Sie davon aus, dass wir den Carrera GT sehr gerne bauen wollen", sagte der Vorstandschef.
Er betonte, das vergangene Geschäftsjahr sei das erfolgreichste gewesen, "und wie sich das aktuelle angelassen hat, sieht es auch weiterhin gut aus". Der Gewinn nach Steuern liegt den Angaben zufolge im ersten Halbjahr bei 134,4 Millionen Mark. Verglichen mit dem entsprechenden Zeitraum des letzten Geschäftsjahrs sei dies ein Plus von 11,9 Prozent. Der Konzernumsatz wird voraussichtlich um 15,5 Prozent auf rund 3,36 Milliarden Mark ansteigen; der Absatz soll sich um 9,4 Prozent auf 23.090 Fahrzeuge erhöhen.
Porsche ist eigenen Angaben zufolge der kleinste unabhängige Autohersteller der Welt. Für das laufende Gesamtgeschäftsjahr rechnet die Firma mit einer Absatzsteigerung auf über 50.000 Autos weltweit. Trotz erheblicher Entwicklungsaufwendungen für die dritte Modellreihe, den Geländewagen Cayenne, erwartet der Konzern einen Gewinn zumindest auf Vorjahreshöhe. Der Cayenne soll Ende des Jahres im neuen Werk in Leipzig vom Band rollen. Porsche rechnet mit einem jährlichen Absatz von 25.000 Fahrzeugen.
Trotz der allgemeinen Krise auf dem US-Markt nimmt man an, dass dort im laufenden Jahr der Vorjahresabsatz von 23.300 Einheiten übertroffen werden kann. Wiedeking betonte aber, es sei klar, "dass wir uns als Winzling nicht gegen einen weltweiten Abschwung stemmen könnten". Bis zur Stunde sehe man aber keine Warnsignale, dass das Geschäft in den USA nachlassen könnte. "Insgesamt ist die Nachfrage nach unseren Fahrzeugen weltweit unverändert hoch."