Preiskampf Aigner wirft Milchwirtschaft fehlendes Engagement vor
Berlin - Die Landwirtschaftsministerin hat die deutsche Milchwirtschaft zu mehr Engagement aufgefordert. "In der Krise der Milchbauern ist jetzt auch die Milchwirtschaft gefordert", sagte Ilse Aigner der Zeitung "Die Welt". Die Bundesregierung könne die Bauern nicht alleine aus der Krise holen: "Die Milchwirtschaft muss sich ebenfalls anstrengen, damit die deutschen Produkte für den Export attraktiver werden und Milchersatz wieder durch Milch ersetzt wird", sagte die CSU-Politikerin.
Die Milchwirtschaft müsse Anstrengungen unternehmen, um dem erhöhten Wettbewerbsdruck etwas entgegenzusetzen. Aigner forderte auch die Molkereien auf, die Verträge mit den Bauern so zu verändern, dass diejenigen Landwirte, die über ihre Quote hinauslieferten, nur noch stark abgesenkte Milchpreise bekämen. So könne die notwendige Disziplin entstehen, um die Milchmenge zu senken.
Unterdessen bekräftigte der Deutsche Bauernverband seine Forderungen. "Wir wollen den Politikern klar machen, dass die Wirtschafts- und Finanzkrise auch in der Landwirtschaft angekommen ist und wir Hilfe brauchen", sagte Verbandsvize Udo Folgart dem "Tagesspiegel". Konkret verlangt der Bauernverband unter anderem den Abbau von Benachteiligungen im europäischen Wettbewerb. "Wir zahlen über 40 Cent Dieselsteuer, ein französischer Bauer aber nur 0,6 Cent", sagte Folgart. Dies seien "hausgemachte Probleme, die unsere Politiker endlich lösen müssen".
Außerdem verlangte Folgart mehr Unterstützung beim Absatz der Produkte sowie eine Sicherung der Liquidität der Bauern durch zinslose Kredite und ein Vorziehen der EU-Agrarbeihilfen. "Wir brauchen das Geld jetzt und nicht erst im Dezember", sagte er. Für Montag planen die Bauern Proteste in Berlin und Brüssel.