Prozess Drei Männer und der Biersteuerbetrug
Pub (in London)
Foto: Andy Rain/ dpaMehr als ein Jahr lang soll der Trick funktioniert haben: Drei Männer sollen Tausende Lastwagenladungen Bier ganz offiziell in Deutschland versteuert - und dann auf dem Schwarzmarkt in Großbritannien verkauft haben. Es war ein lukratives Geschäft, bis die Ermittler den Betrügern auf die Spur kamen. Jetzt müssen sich die Männer vor dem Landgericht in Hof verantworten.
Die Staatsanwaltschaft wirft den Angeklagten unter anderem Beihilfe zur gewerbsmäßigen und bandenmäßigen Steuerhinterziehung in Millionenhöhe vor. Nach Angaben eines Gerichtssprechers haben alle drei Angeklagten angekündigt, sich im Lauf des Prozesses zu den Vorwürfen zu äußern.
Bei zwei Angeklagten geht es um einen Schaden von rund 29,4 Millionen Euro für den Fiskus Großbritanniens. Der dritte Angeklagte muss sich wegen eines Schadens von etwa 20,4 Millionen Euro verantworten. Der Hauptbeschuldigte ist ein Bierhändler aus Hof.
Nach Ansicht der Staatsanwaltschaft haben die Männer so getan, als seien rund 3000 Lastwagenladungen Bier von Frankreich, Belgien und aus den Niederlanden nach Deutschland exportiert worden. Tatsächlich aber sei das Bier zwischen August 2014 und November 2015 nach Großbritannien auf den dortigen Schwarzmarkt gebracht worden. Die Biersteuer in Großbritannien ist etwa zehnmal so hoch wie in Deutschland.
Im Dezember 2015 hatte es eine große Razzia bei der international organisierten Bande gegeben, an der allein in Deutschland sechs Staatsanwälte und 240 Zollbeamte beteiligt waren. Dabei wurden Objekte in Deutschland, den Niederlanden, Großbritannien und Tschechien durchsucht. Damals erging gegen fünf Beschuldigte Haftbefehl.