Riester-Rente Telekom prescht voran
Bonn - Telekom-Personalvorstand Heinz Klinkhammer gab am Freitag bekannt, der Konzern habe sich mit der Dienstleistungsgesellschaft Verdi über die Anpassung des Tarifvertrages geeinigt. Alle Mitarbeiter sollen über den Pensionsfonds individuelle Verträge zur Absicherung ihrer Altersrente, Hinterbliebenenversorgung oder für den Fall von Invalidität abschließen, sagte der Vorstand.
In dem Tarifmodell werden drei Optionen miteinander verbunden: die klassische betriebliche Altersvorsorge, die Gehaltsumwandlung in Versicherungsbeiträge und die staatliche Förderung aus der Riester-Rente. Alle Beiträge der Arbeitnehmer und die staatlichen Zuschüsse fließen in den neu eingerichteten Pensionsfonds. Verdi-Bundesvorstand Rüdiger Schulze sagte, die Einigung würde den Beschäftigten mehr Flexibilität und höhere Renditechancen bieten als die klassische betriebliche Altersvorsorge.
Das Vertragswerk soll zum 1. Januar 2002 in Kraft treten. Klinkhammer erwartet, dass in den kommenden vier bis fünf Jahren rund 85 Prozent der Telekom-Belegschaft oder 100.000 Beschäftigte die neuen Möglichkeiten nutzen. Das Kapitalvolumen wird sich nach seinen Worten dann auf eine Summe zwischen 2,0 Milliarden und 2,5 Milliarden Euro belaufen. Die Mitarbeiter entscheiden individuell, welche Mittel sie in eine Rentenversicherung anlegen möchten.
Dass die Telekom sich als Pionier bei der Riester-Rente betätigt, dürfte auch an ihrer Vergangenheit als Staatsunternehmen liegen. Noch heute halten der Bund und die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) 45 Prozent der Anteile.