Stiftung Warentest Welche Fehler beim Bausparen gemacht werden
Neubaugrundstück in Köln: Bausparen oft zu teuer
Foto: Oliver Berg/ picture alliance / dpaBerlin - Beratungsfehler kosten viele Bausparer laut Stiftung Warentest unnötiges Geld. Nur drei der 20 Bausparkassen in Deutschland erhielten bei einem Test die Note "gut", vier fielen mit "mangelhaft" durch (Hier finden Sie eine Zusammenfassung der Testergebnisse ). In einzelnen Fällen hätten Bausparer bis zu 13.000 Euro zu viel zahlen müssen.
"Finanztest"-Chefredakteur Heinz Landwehr sagte bei der Präsentation des Tests, dass die Bausparkassen heute zwar besser als früher berieten. Allerdings gebe es noch viel Verbesserungsbedarf bei den Bauspar-Angeboten, die wegen der niedrigen Zinsen beliebt sind.
Jeweils sechs bis sieben Tester hatten bei 20 Anbietern Angebote eingeholt. Die Testkunden hatten folgende Eigenschaften: Sie waren ledig, verdienten 2200 Euro Netto im Monat und hatten 15.000 Euro angespart. Sie gaben bei den Gesprächen an, sie wollten in zehn Jahren eine Immobilie finanzieren und dafür monatlich 400 Euro sparen.
Die größten Fehler der Berater:
- Bausparsumme zu hoch: Viele Berater hätten laut "Finanztest" Verträge mit zu hohen Bausparsummen verkaufen wollen. Der Kunde hätte mit seiner monatlichen Sparsumme von 400 Euro viel länger gebraucht als die geplanten zehn Jahre, um die Auszahlung zu erreichen. Der Zugriff auf das Darlehen hätte sich bei einigen Anbietern um bis zu fünf Jahre verzögert.
- Zu hohes Guthaben: Bei einigen Angeboten hätte die am Ende der Sparzeit eingezahlte Summe die zur Auszahlung benötigte Menge (40 Prozent der Sparsumme) deutlich überschritten. Das schadet doppelt: Einerseits hat der Anleger unnötig viel Geld zu niedrigen Zinsen gebunden, zudem verringert sich sein zinsgünstiger Darlehensanspruch.
- Zu hohe Raten: Manche Testkunden hätten für die Rückzahlung ihrer Kredite nur acht bis elf Jahre Zeit gehabt - die nötigen Darlehensraten wären dadurch höher gewesen als bei einem normalen Immobiliendarlehen einer Bank. Bei einem Testkunden hätte diese Rate sogar 70 Prozent seines Nettoeinkommens betragen.
- Mangelnde Transparenz: Schmierzettel, keine Spar- und Tilgungspläne, Schweigen über Gebühren - Detailfragen und nachvollziehbare Unterlagen fehlten bei einigen Anbietern. "Darüber reden wir, wenn es soweit ist", sei nach Angaben der Tester eine typische Antwort gewesen. Die Anbieter machten es den Kunden so unmöglich, das Angebot mit der Konkurrenz zu vergleichen. Manche Anbieter unterschlugen gar die Abschlussgebühr von einem Prozent der Bausparsumme.
"Finanztest"-Chef Landwehr warnt: Der Bausparvertrag müsse genau auf den Kunden abgestimmt sein, sonst fliege ihm seine Immobilienfinanzierung um die Ohren. Die Stiftung vermutet, dass ein Teil der Berater den Kunden bewusst überdimensionierte Verträge andrehe. Diese lohnten sich wegen der anteiligen Abschlussgebühr mehr, sagte Landwehr: "Berater sind eben auch Verkäufer."
Die Bausparkassen kündigten an, möglichen Versäumnissen auf den Grund zu gehen. In einzelnen Beratungen seien offenbar Fehler gemacht worden, hieß es in einer Stellungnahme des Verbands der Privaten Bausparkassen. "Dies gilt es jetzt genauer zu analysieren", sagte Verbandssprecher Alexander Nothaft.