Hochverzinste Verträge Bausparkassen sparen Millionen durch Kündigungen
Hamburg - Die Bausparkassen in Deutschland wollen pro Jahr mehr als 60 Millionen Euro an Zinszahlungen sparen und dafür rund 135.000 hochverzinste Altverträge kündigen. Dies berichtet das Magazin "Capital" unter Berufung auf Berechnungen des Frankfurter Finanzexperten Max Herbst.
Herbst setzte laut "Capital" ein Anlagevolumen aus zuteilungsreifen Hochzinsverträgen von insgesamt 1,89 Milliarden Euro voraus, für das im Schnitt 3,5 Prozent Guthabenzinsen gezahlt werden müssen. Dies wären 66 Millionen Euro, welche die Bausparkassen durch Kündigungen einsparen.
Der Vorstand der LBS Bayern, Franz Wirnhier, sagte "Capital", seine Bausparkasse werde auch weiterhin "konsequent Altverträge kündigen", wenn der Zweck des Bausparens nicht mehr verfolgt werde. Der Bausparvertrag sei "kein Anlageprodukt zur Rendite-Optimierung", sondern solle Menschen Wohneigentum ermöglichen.
Die LBS Bayern hat mit dieser Begründung bereits 26.000 Verträge mit Wirkung zum Mai 2015 gekündigt. Die hochverzinsten Altverträge sind für Sparer deshalb besonders attraktiv, weil andere Geldanlagen wie Tagesgelder oder Festgeld inzwischen kaum noch Zinsen bringen.
Finanzexperte Herbst kritisierte die Kündigungen. Die Bausparkassen hätten viele Jahre "gutes Geld mit diesen Kunden verdient, weil sie deren Einlagen gegen hohe Darlehenszinsen verliehen". Heute bezeichneten die Kassen ihre Kunden mit hochverzinsten Altverträgen als "Gauner und Schmarotzer", die das Kollektiv ausnutzten.