Inflation 2011: Teure Energie treibt Verbraucherpreise in die Höhe - DER SPIEGEL
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Inflation 2011 Teure Energie treibt Verbraucherpreise in die Höhe

Heizöl, Benzin und Gas sind 2011 deutlich teurer geworden. Weil Energiekonzerne die Preise erhöhten, ist die Inflation auf den höchsten Wert seit drei Jahren gestiegen - sie zog um 2,3 Prozent an.
Heizöllieferung: Viele Arbeitnehmer mussten Reallohnverluste hinnehmen
Heizöllieferung: Viele Arbeitnehmer mussten Reallohnverluste hinnehmen

Heizöllieferung: Viele Arbeitnehmer mussten Reallohnverluste hinnehmen

Foto: Patrick Pleul/ dpa
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Wiesbaden - Die schwächelnde Konjunktur hat für Verbraucher auch eine gute Seite: Produkte des täglichen Bedarfs verteuern sich derzeit nicht mehr so stark wie bei hohem Wirtschaftswachstum. Im Dezember kosteten Waren und Dienstleistungen laut Statistischem Bundesamt im Schnitt 2,1 Prozent mehr als im Vorjahresmonat - im November hatte die Inflation noch bei 2,4 Prozent gelegen.

Insgesamt betrug die Inflationsrate 2011 genau 2,3 Prozent, das war mehr als doppelt so viel wie im Vorjahr, als die Preise im Schnitt um 1,1 Prozent gestiegen waren. Vor allem Preiserhöhungen der Energiekonzerne seien für die relativ starke Inflation verantwortlich gewesen, erklärten Statistiker.

Für das kommende Jahr rechnen Ökonomen mit einer schwächeren Teuerung. Die Bundesbank geht von einer Inflationsrate von 1,8 Prozent aus. "Seit Mitte 2011 zeigt sich, dass der Inflationsdruck nachlässt - vor allem deswegen, weil die Phase des sehr hohen Wirtschaftswachstums vorbei ist", sagt Commerzbank-Chefvolkswirt Jörg Krämer.

Wenn der aktuelle Konflikt um die wichtigste Ölhandelsroute der Welt allerdings eskaliert, könnte der Ölpreis explodieren und die Inflation trotz der schwachen konjunkturellen Lage weit höher ausfallen als bislang erwartet, erklärt Krämer: "Sollte Iran tatsächlich die Straße von Hormus dichtmachen, haben wir bei den Teuerungsraten ruckzuck eine Drei vor dem Komma."

Die Löhne sind in diesem Jahr trotz niedriger Arbeitslosigkeit nur leicht gestiegen. Das bedeutet, dass die Inflation bei vielen Arbeitnehmern im dritten Quartal die steigenden Einkommen übertraf - etwa in der öffentlichen Verwaltung, bei Banken und Versicherungen, im Gastgewerbe und beim Handel. In diesen Branchen konnten die Beschäftigten unterm Strich also weniger Waren und Dienstleistungen von ihrem Geld kaufen als im Vorjahr.

fdi/Reuters/dpa