Günstige Energie Verbraucherpreise in Deutschland steigen kaum
Zapfstutzen an einer Tankstelle: Spritpreise günstiger
Foto: Arno Burgi/ dpaWiesbaden - Konsumenten in Deutschland können weiter auf stabile Preise setzen. Die Verbraucherpreise stiegen im September um 0,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat, teilte das Statistische Bundesamt mit. Die Teuerungsrate verharrte damit den dritten Monat in Folge auf diesem Niveau. Noch niedriger lag sie zuletzt im Februar 2010, als die Wirtschaft mit den Nachwehen der weltweiten Finanzkrise zu kämpfen hatte.
Grund für die geringe Teuerung sind vor allem sinkende Energiepreise. Sie lagen 2,2 Prozent tiefer als ein Jahr zuvor. Leichtes Heizöl kostete 7,9 Prozent weniger als im September 2013, Kraftstoffe verbilligten sich um 4,1 Prozent. Grund sind weltweit fallende Ölpreise wegen der schwachen globalen Konjunktur. Strom verteuerte sich dagegen um 1,8 Prozent.
Im Dienstleistungssektor stiegen die Preise mit 1,5 Prozent überdurchschnittlich. Die Preise von Nahrungsmitteln erhöhten sich um 0,9 Prozent. Deutlich mehr verlangt wurde für viele Molkereiprodukte: Schnittkäse verteuerte sich um 14,1 Prozent, Quark um 13,9 Prozent und Sahne um 7,4 Prozent. Auch für Süßwaren und Fisch mussten Verbraucher tiefer in die Taschen greifen. Erheblich günstiger war hingegen Butter, die sich um 13,6 Prozent verbilligte. Weniger mussten Verbraucher auch für Gemüse (1,5 Prozent) und Obst (1,9) bezahlen.
Die Bundesregierung geht davon aus, dass die Inflation niedrig bleiben wird. Für dieses Jahr erwartet sie eine durchschnittliche Teuerungsrate von 1,1 Prozent. 2015 soll sie auf 1,6 Prozent steigen.
Der Europäischen Zentralbank (EZB) bereitet die anhaltend niedrige Inflation in Deutschland und der gesamten Eurozone Sorgen. Die Notenbank spricht nur bei Werten knapp unter zwei Prozent von stabilen Preisen. Um einen für die Wirtschaft schädlichen Preisverfall auf breiter Front in der Eurozone zu verhindern, hat sie ihren Leitzins auf das Rekordtief von 0,05 Prozent gesenkt. Außerdem pumpt sie in großem Umfang billiges Geld in die Wirtschaft.
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