Penny: Facebook-Streit um Schoko-"Zipfelmann" - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Pennys Antwort auf Kritik an "Zipfelmann" "Mindestens genauso hohl wie eine Schokoladenfigur"

Facebook-Nutzer nehmen Anstoß an Weihnachtsprodukten, die seit Jahren auf dem Markt sind. Sie seien unchristlich und deshalb verwerflich. Nach Lindt trifft es jetzt auch Penny.
Schoko-Weihnachtsmänner: Kunden-Beschwerde auf Facebook
Schoko-Weihnachtsmänner: Kunden-Beschwerde auf Facebook

Schoko-Weihnachtsmänner: Kunden-Beschwerde auf Facebook

Foto: A3276 Martin Gerten/ dpa
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Eine Facebook-Nutzerin hat sich bei der Supermarktkette Penny über eine dort angebotene Schokoladenfigur beschwert. Der Vorwurf: Der Einzelhändler habe den Weihnachtsmann aus den Regalen verbannt und stattdessen den "Zipfelmann" ins Sortiment genommen, allen christlichen Werten zum Trotz. Und überhaupt, man sei hier in Deutschland. Ihren Post versah die Frau mit zahlreichen Ausrufezeichen.

Knapp eine Stunde später meldete sich das Social-Media-Team der Firma zu Wort und gratulierte der Dame "zur Entdeckung eines alten Hutes". Der "Zipfelmann" sei schließlich seit Jahren im Angebot, und auch kein Ersatz für den Weihnachtsmann.

Die "lieben Grüße vom Penny-Team" endeten mit dem Hinweis: "Im Zeitalter von Schokobären, Schoko-Autos oder sogar Ü18-Artikeln aus Schokolade ist jeder Versuch einer politischen Vereinnahmung völlig absurd und mindestens genauso hohl wie eine Schokoladenfigur." Auf Facebook markierten mehr als 1500 Menschen diesen Beitrag zum Weihnachtsmann, der anders als der Nikolaus auch erst mal wenig mit dem Christentum zu tun hat, mit "gefällt mir".

Kritik an Adventskalender "1001 Weihnachtstraum"

Aus ähnlichen Gründen hatten Kunden bereits vor ein paar Tagen Anstoß an einem Produkt genommen, das seit Jahren auf dem Markt ist. Auf Facebook wurde der Süßwaren-Hersteller Lindt für den Adventskalender "1001 Weihnachtstraum" kritisiert. Er sei muslimisch und deshalb verwerflich.  Auf dem Kalender ist ein buntes, orientalisches Gebäude abgebildet, in dem manche Kunden eine Moschee erkannten. Für einige Grund genug, Boykott-Aufrufe auf der Facebook-Seite des Unternehmens zu hinterlassen.

Lindt reagierte - etwas weniger schlagfertig als Penny - mit einem Hinweis auf den kulturellen Hintergrund des Weihnachtsfestes: "Die Verpackung stellt eine Visualisierung der damaligen lokalen Lebensumstände dar. Dazu gehört auch Architektur und Kultur wie diese in der orientalischen Welt zu Christi Geburt gewesen sein könnte", schrieb das Unternehmen.

Bei Penny und bei Lindt führte der Social-Media-Protest dazu, dass andere Kunden dazu aufriefen, die Produkte jetzt erst recht zu kaufen. Der Lindt-Adventskalender sei zwischenzeitlich sogar ausverkauft gewesen, schrieben Facebook-Nutzer.

Was die meisten der Nörgler vermutlich nicht wissen: Viele der Traditionen rund um Weihnachten stammen nicht aus Deutschland oder Europa. Der Nikolaus zum Beispiel kommt ursprünglich aus dem Gebiet der heutigen Türkei . Zu den beliebtesten Weihnachtsbräuchen zählt der Adventskalender - SPIEGEL ONLINE hat sie getestet.

sos

Mehr lesen über

Verwandte Artikel