Schokolade: Verbrauch steigt trotz höherer Preise - DER SPIEGEL
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Fast zehn Kilo Konsum pro Kopf Hersteller verzeichnen steigenden Schokoladenverbrauch

Die Lust auf Süßes scheint ungebrochen. Die Branche meldet ein Produktionsplus und höheren Verzehr – und das trotz gestiegener Preise.
Schokohasen: Produktion von Süßem erhöht
Schokohasen: Produktion von Süßem erhöht

Schokohasen: Produktion von Süßem erhöht

Foto: Patrick Pleul / dpa

Gibt es einen Zusammenhang von Krisenstimmung und Schokokonsum? Jedenfalls haben höhere Preise die Lust der Verbraucher auf Süßes nicht verdorben – im Gegenteil.

Die deutschen Hersteller erhöhten ihre Schokoproduktion im vergangenen Jahr trotz Inflation und nachlassender Konjunktur um 1,7 Prozent auf 1,2 Millionen Tonnen, wie der Verband der Süßwarenindustrie mitteilte.

Zum bevorstehenden Osterfest könnte jeder Einwohner der Bundesrepublik rein rechnerisch mehr als einen Schokohasen verspeisen: Für den Verkauf im Inland hat die Industrie 108 Millionen Schokohasen produziert. Vor allem der Export legte kräftig zu.

Von der Teuerung bleibt auch die Süßwarenindustrie nicht verschont. Ablesen lässt sich das unter anderem daran, dass der Wert der in Deutschland hergestellten Schokoladenwaren schneller gestiegen ist als die Produktion, und zwar um 4,5 Prozent auf rund 6,2 Milliarden Euro.

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Der Pro-Kopf-Verzehr von Schokolade in Deutschland ist laut Schätzung des Branchenverbands auf 9,56 Kilogramm leicht gestiegen. Anfang der Achtzigerjahre hatte der Süßwarenverband den damaligen Pro-Kopf-Verzehr in der alten Bundesrepublik noch mit 6,5 Kilogramm beziffert. Allerdings ist der Vergleich mit Vorsicht zu genießen. Denn laut einer Verbandssprecherin hat sich in den vergangenen Jahrzehnten mutmaßlich die Definition von »Schokoladenwaren« geändert.

Populärste Geschmacksrichtung ist demnach mit großem Abstand nach wie vor die Milchschokolade, auch wenn mittlerweile mehr Hersteller dunkle Schokoladen mit hohem Kakaoanteil auf den Markt gebracht haben. Zugenommen hat auch das Angebot an veganen Varianten und sogenannten Herkunftsschokoladen, etwa mit Kakao aus Ecuador und Peru.

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Im vergangenen Jahr kam es auch in der Süßwarenindustrie zeitweise zu großen Lieferproblemen. So waren etwa in manchen Münchner Supermärkten Schokoladen-Nikoläuse vor Weihnachten weitgehend ausverkauft. »Die Lieferkettenproblematik hat sich seit Anfang 2023 wieder verbessert«, sagte die Sprecherin dazu.

Allerdings leidet die Branche ebenso wie andere Industriezweige an der Verteuerung von Energie und Rohstoffen. 2022 hätten die mehr als 200 Unternehmen der deutschen Süßwarenindustrie laut Verband eine »seit dem Zweiten Weltkrieg noch nie da gewesene Spirale an Kostensteigerungen und teilweise massiven Problemen und Ausfällen in internationalen Lieferketten« erlebt.

mmq/dpa