Stiftung Warentest Verbraucherschützer warnen vor unseriösen Tests
Stiftung Warentest in Berlin-Tiergarten
Foto: imago images / SchöningZahncremes, Matratzen oder Digitalkameras: Es gibt kaum eine Produktgruppe, die die Stiftung Warentest bislang nicht getestet hat. Mit einem guten Urteil schmücken sich viele Hersteller. Manche tun dies den Warentestern zufolge jedoch sogar, obwohl es gar keinen entsprechenden Test gibt. Die Verbraucherorganisation hat daher nun vor gefälschten Angaben zu Tests gewarnt.
Wie die Stiftung in ihrer aktuellen "test"-Ausgabe schreibt, wird auf Portalen im Netz über Tests berichtet, die die Stiftung so nie unternommen hat. Wer auf unseriöse Portale und falsche Testurteile vertraue, könne sich am Ende sogar schaden.
Mitunter werden auch tatsächlich getestete Produkte anders dargestellt. Ein mit Schadstoffen belasteter Kinderwagen habe beispielsweise von der Stiftung Warentest das Qualitätsurteil "mangelhaft" erhalten. Ein Vergleichsportal pries ihn aber mit der Behauptung an, er entspreche "rundum den Empfehlungen der Stiftung Warentest". Neben solchen Beschreibungen stehen weiterführende Links, die direkt zum Produkt bei Onlinehändlern wie Amazon, Ebay oder Otto führen. Klickt ein Besucher der Fake-Seite auf einen Link und kauft das Produkt, kassiert der Betreiber der Website eine Provision.
Abmahnung oft schwierig
Zahlreiche Fake-Portale verstoßen laut "test" zudem gegen das Urheber-, Wettbewerbs- oder Presserecht. Deshalb mahnen Verbraucherschützer regelmäßig Anbieter ab. Oft sei das aber schwierig, weil auf den Seiten kein oder ein fragwürdiges Impressum zu finden sei.
Neben diesen Fake-Portalen gibt es auch Websites, deren Mitarbeiter ein Produkt ausprobiert oder Kundenrezensionen ausgewertet haben. Danach erstellen sie laut "test" eine fragwürdige Bestenliste und küren einen "Vergleichssieger". Die Stiftung Warentest gibt Hinweise, wie man sogenannte Fake-Testportale erkennt. Dazu zählen:
- Nur gute Noten: Falsche Tester würden häufig alle Produkte positiv bewerten, weil sie zum Kauf verleiten wollen.
- Verweise zu Onlineshops seien ebenfalls ein Zeichen dafür, dass das vermeintliche Testportal eine Provision von den Händlern kassiert.
- Fehlende Beschreibung: Weil sie gar nichts testeten, könnten die falschen Testportale ihre Untersuchungen auch nicht erläutern, kritisiert Stiftung Warentest. Seriöse Testorganisationen veröffentlichten, auf welche Art und Weise sie die Produkte geprüft und bewertet haben.
- Kostenfreiheit: Professionelle Tests sind laut Stiftung Warentest aufwendig und teuer, deshalb würden sie in der Regel auch nicht kostenlos ins Netz gestellt.
- Werbung mit einem Urteil der Stiftung Warentest muss mit einer Lizenznummer (Beispiel: 13AB11) versehen sein. Diese ist den Testern zufolge am rechten Rand des Testsiegels zu finden und wird vertikal dargestellt. Auf der Website der gemeinnützigen RAL GmbH , die das Logo-Lizenz-System für die Stiftung organisiert, kann sie auf Gültigkeit überprüft werden.