Konstanz Mutmaßlicher Supermarkt-Erpresser gesteht Gift-Attacken
Fahndungsfoto der Polizei aus der Überwachungskamera eines Supermarkts
Foto: Polizeipräsidium Konstanz / dpaDer mutmaßliche Supermarkt-Erpresser hat gestanden, vergiftete Lebensmittel in Supermärkten verteilt zu haben und die Handelsketten damit erpresst zu haben. Das teilten Staatsanwaltschaft und Polizei am Samstagabend in Konstanz mit. Gegen den 53-Jährigen aus dem Kreis Tübingen war Haftbefehl erlassen worden, er wurde bereits in eine Justizvollzugsanstalt gebracht.
Die Staatsanwaltschaft wirft dem Mann versuchte schwere räuberische Erpressung vor. Darauf stehen 5 bis 15 Jahre Haft. Sollte sich im Laufe der Ermittlungen eine Tötungsabsicht herausstellen, droht dem Verdächtigen sogar eine lebenslange Strafe.
#Hinweistelefon #Erpressungsfall: 07531-995-3434
— Polizei Konstanz (@PolizeiKonstanz) September 28, 2017
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Der Mann aus Ofterdingen bei Tübingen war nach Hinweisen aus der Bevölkerung am Freitagnachmittag festgenommen worden. Die Beweislast war erdrückend - wegen des Abgleichs mit den Fahndungsfotos und dem Abgleich von Spuren.
Laut den Ermittlern war bei dem Mann auch Ethylenglycol gefunden worden - jene alkoholische Substanz, mit der auch mehrere Babygläschen in einemSupermarkt in Frierichshafen vergiftet worden waren.
In der Nähe des Wohnortes des Verdächtigen hatte die Polizei auch Schuhe und eine Umhängetasche gefunden, die denen auf den Fahndungsfotos sehr ähnlich sahen. Sie waren in einen Altkleidercontainer geworfen worden - ebenso wie ein Laptop. Der Inhalt des Computers werde derzeit noch ausgewertet, hieß es.
Polizeipräsident Uwe Stürmer beschrieb den Tatverdächtigen als exzentrischen Einzelgänger, sprach von "Brüchen in der Biographie" und "psychischen Auffälligkeiten". Nach Stürmers Einschätzung habe der Täter nicht abschätzen können, ob die Babynahrung im Supermarkt abverkauft wurde oder nicht.
Die Polizei glaubt nach eigenen Angaben, dass der Erpresser alleine gehandelt hat. Sie kann nicht ausschließen, dass noch weitere Lebensmittel vergiftet wurden, geht aber eher nicht davon aus. Dagegen spreche die Flasche mit Ethylenglycol, die die Ermittler bei dem 53-Jährigen gefunden haben. Das Gebinde sei noch halb voll, sagte Polizeipräsident Stürmer. Die fehlende Menge sei in etwa so groß wie die Menge, die man in den vergifteten Babygläschen gefunden habe. Dennoch rät die Polizei dazu, Lebensmittelverpackung weiter genau zu prüfen.