Société Générale: Mutmaßlicher Mitwisser Kerviels festgenommen - DER SPIEGEL
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Société Générale Mutmaßlicher Mitwisser Kerviels festgenommen

Société Générale stellt den Skandal-Spekulanten Jérôme Kerviel als Einzeltäter dar, der im Alleingang Milliarden verzockt hat - doch jetzt bekommt dieses Bild Risse. Die Polizei hat einen zweiten Broker festgenommen, der von den verbotenen Geschäften Kerviels gewusst haben soll.
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Paris - Es gab wohl doch Kollegen, die Bescheid wussten. Der französischen Zeitung "Le Monde" zufolge ist im Zusammenhang mit dem Spekulationsskandal bei der Société Générale ein Kursmakler der Tochtergesellschaft Firmat in Polizeigewahrsam genommen worden. Er werde zu seinen Beziehungen zum Händler Jérôme Kerviel befragt, wie die Nachrichtenagentur AFP unter Berufung auf Insider berichtet.

"Le Monde" zufolge besteht der Verdacht, der Mann habe von den Machenschaften Kerviels gewusst, der ungedeckte Termingeschäfte im Volumen von 50 Milliarden Euro getätigt hatte und die Bank so um 4,82 Milliarden Euro brachte. Bisher hatte die Bank versichert, Kerviel habe ohne das Wissen von Mitarbeitern gehandelt. Kerviel selbst hatte in einem Interview behauptet, er habe die Spekulationen zwar verschleiert, seine Vorgesetzten hätten aber dennoch davon wissen müssen.

Der Bank waren im Zusammenhang mit dem Skandal von verschiedenen Seiten laxe Kontrollen vorgeworfen worden. Ein ehemaliger Kontrolleur der Société Générale, Maxime Legrand, erklärte etwa, bei gewissen Händlern werde sicherlich einfach weggeschaut, "weil sie für die Bank Geld verdienen".

Einem Bericht der Zeitung "Le Parisien" zufolge ist die interne Bankaufsicht der Société Générale zudem auf ein Netz von Hunderten Konten gestoßen, über die möglicherweise Schwarzgeld aus Russland gewaschen wurde. Die Bank wollte auf Anfrage von SPIEGEL ONLINE dazu nicht Stellung nehmen.

Dem Bericht zufolge, der sich auf nicht näher benannte Insider beruft, hat die Bank wegen der Entdeckungen vergangene Woche das französische Finanzministerium informiert. "Dutzende oder gar Hunderte Millionen Euro" ungeklärter Herkunft seien auf den Konten gefunden worden.

ase/AP/AFP