Buchungsfehler Auch Irland entdeckt Milliarden
Irische Euro-Münze: Schulden doppelt gebucht
Foto: Karl-Josef Hildenbrand/ dpaDublin - Die absolute Summe ist zwar deutlich kleiner - gemessen an der Wirtschaftskraft ist dieser Buchungsfehler aber durchaus mit dem HRE-Bilanzdesaster vergleichbar: Irland hat seine Staatsverschuldung wegen einer Doppelzählung um 3,6 Milliarden Euro zu hoch kalkuliert. Laut dem Finanzministerium in Dublin passierte die Fehlleistung bereits Ende vergangenen Jahres.
Immerhin entsprechen die 3,6 Milliarden Euro einem Anteil von 2,3 Prozent an der jährlichen Wirtschaftsleistung Irlands. Damit sinkt der Gesamtschuldenstand des Landes dem Ministerium zufolge zum Ende 2010 nachträglich von ursprünglich geschätzten 94,9 Prozent auf 92,6 Prozent des Bruttoinlandsprodukts.
Wegen der Krise des heimischen Finanzsektors stand das bis dahin eher gering verschuldete Land im vergangenen Jahr kurz vor der Pleite. Genau so wie Portugal musste Irland damals unter den Euro-Rettungsschirm schlüpfen und erhielt von der EU und dem Internationalen Währungsfonds Hilfen über 85 Milliarden Euro.
Zurzeit macht in Deutschland der kapitale Bilanzpfusch bei der Bad Bank der verstaatlichten Hypo Real Estate Furore. Auch dort verrechneten sich die Experten bei der Bilanzerstellung - allerdings um insgesamt 55,5 Milliarden Euro. Das Staatsdefizit Deutschlands für 2011 sinkt aber nur ein wenig stärker als in Irland - um 2,6 Prozentpunkte auf 81,1 Prozent.