Beschluss im Bundesrat Renten steigen im Juli deutlich
Zwei Rentnerinnen am Bodensee: Senioren bekommen bald mehr Geld
Foto: Sebastian Kahnert / dpaBerlin - Für die gut 20,5 Millionen Rentner gibt es zum 1. Juli mehr Geld. Der Bundesrat beschloss die Anhebung der Renten um 2,53 Prozent im Osten und 1,67 Prozent im Westen Deutschlands. Da die Inflation in Deutschland derzeit nur bei 0,9 Prozent liegt, haben die Senioren auch real mehr Geld.
Mit den stärkeren Erhöhungen in den neuen Bundesländern sollen die Renten zwischen West und Ost langsam angeglichen werden. Im vergangenen Jahr hatten Rentner im Osten 3,29 Prozent mehr bekommen, im Westen 0,25 Prozent. Aktuell erhalten Ostdeutsche für die gleiche Beitragszahlung rund acht Prozent weniger als Westdeutsche.
Gemeinsam mit der Rentenerhöhung passierte auch das Rentenpaket der Bundesregierung den Bundesrat: Es enthält die erhöhte Mütterrente, die abschlagsfreie Rente ab 63 Jahren für langjährige Beitragszahler und aufgestockte Renten für Erwerbsgeminderte. Es kann nun nach Unterzeichnung durch den Bundespräsidenten wie geplant zum 1. Juli in Kraft treten.
Rentenerhöhung zum 1. Juli (in Euro)
| Monatsrente | Westdeutschland | Ostdeutschland |
| 500 | 8,35 | 12,65 |
| 600 | 10,02 | 15,18 |
| 700 | 11,69 | 17,71 |
| 800 | 13,36 | 20,24 |
| 900 | 15,03 | 22,77 |
| 1000 | 16,70 | 25,30 |
| 1100 | 18,37 | 27,83 |
| 1200 | 20,04 | 30,36 |
| 1300 | 21,71 | 32,89 |
| 1400 | 23,38 | 35,42 |
| 1500 | 25,05 | 37,95 |
| 1600 | 26,72 | 40,48 |
| 1700 | 28,39 | 43,01 |
| 1800 | 30,06 | 45,54 |
| 1900 | 31,73 | 48,07 |
| 2000 | 33,40 | 50,60 |
Bei dem Rentenpaket handelt es sich um das teuerste Vorhaben der Großen Koalition: Es schlägt in dieser Legislaturperiode mit etwa 30 Milliarden Euro zu Buche. Bezahlt wird das aus den Rücklagen der Rentenkasse. Dies kritisieren Opposition, Arbeitgeber, Gewerkschaften und Sozialverbände massiv. Der Bundestag hatte das Paket dennoch mit der großen Mehrheit von Union und SPD beschlossen.
In der Bundesratsdebatte sagte der Ministerpräsident von Mecklenburg-Vorpommern, Erwin Sellering (SPD): "Was wir heute auf den Weg bringen, macht unser Land gerechter." Die abschlagsfreie Rente ab 63 für langjährige Beitragszahler sei "die notwendige Ergänzung zur Rente mit 67". Auch die verbesserte Mütterrente sei eine Anerkennung von Lebensleistung. Sellering mahnte erneut einheitliche Renten in Ost und West bis spätestens Ende 2019 an.