Billige Umweltverpestung EU-Parlament will CO2-Handel reformieren
Kohlekraftwerk in Brandenburg: Kriselnder CO2-Handel
Foto: Patrick Pleul/ dpaBrüssel - Der kriselnde Handel mit CO2-Rechten soll nach Willen des EU-Parlaments reformiert werden. Die Abgeordneten stimmten am Mittwoch für eine zeitweise Verknappung der Zertifikate für den Ausstoß des Treibhausgases.
900 Millionen Papiere sollen bis 2015 vom Markt zurückgehalten werden. Im Zeitraum von 2013 bis 2015 bringt die EU-Kommission insgesamt 3,5 Milliarden C02-Zertifikate auf den Markt.
Die Kommission will den Preisverfall der Zertifikate stoppen. Die Verschmutzungsrechte wurden zuletzt mit weniger als fünf Euro gehandelt. 2008 lag der Preis noch bei 28 Euro pro ausgestoßener Tonne CO2. Die Zertifikate sind seit geraumer Zeit derart billig, dass sich Investitionen in klimafreundliche Technologien nicht lohnen.
In einer ersten Abstimmung Mitte April hatte das Europäische Parlament eine Reform des CO2-Handels noch abgelehnt. Nun stiegen die Chancen für den Vorstoß. Die Reform braucht allerdings noch die Zustimmung der EU-Staaten.
Das aktuelle Vorhaben ist nur ein erster Schritt bei der Reform des Emissionshandels. Bis Jahresende will EU-Klimakommissarin Connie Hedegaard weitere, langfristige Vorschläge machen.