Gewinn der Bundesbank bricht 2011 ein - DER SPIEGEL
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70 Prozent weniger Bundesbank-Gewinn schrumpft auf 640 Millionen Euro

Finanzminister Wolfgang Schäuble bekommt in diesem Jahr deutlich weniger Geld von der Bundesbank überwiesen. Deren Gewinn brach 2011 um 70 Prozent auf 643 Millionen Euro ein. Als Hauptgrund nannte Notenbank-Präsident Weidmann die Schuldenkrise.
Bundesbankpräsident Jens Weidmann: Herber Gewinneinbruch
Bundesbankpräsident Jens Weidmann: Herber Gewinneinbruch

Bundesbankpräsident Jens Weidmann: Herber Gewinneinbruch

Foto: ALEX DOMANSKI / REUTERS
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Frankfurt am Main - Zum ersten Mal präsentierte Bundesbankpräsident Jens Weidmann die Bilanz der deutschen Notenbank. In seinem ersten Amtsjahr muss er jedoch einen herben Gewinneinbruch vermelden. Der Überschuss sank 2011 auf 643 Millionen Euro. Das ist ein Rückgang von 70 Prozent. Einen geringeren Gewinn als im vergangenen Jahr hatte die Bundesbank zuletzt 2003 mit 248 Millionen Euro gemacht.

Damit fließt auch weniger Geld an Finanzminister Wolfgang Schäuble. Für 2010 hatte die Bundesbank noch einen Gewinn von 2,2 Milliarden Euro an den Bund überwiesen. 2009 flossen sogar 4,1 Milliarden Euro in die Staatskasse.

Als Ursache für den massiven Gewinneinbruch nannte Jens Weidmann vor allem die Erhöhung der Risikovorsorge angesichts der Euro-Schuldenkrise. Mit Milliardenrückstellungen sorgte die Bundesbank für mögliche Zahlungsausfälle vor. Die Rückstellung wurde von 3,6 Milliarden Euro im Vorjahr auf 7,7 Milliarden Euro mehr als verdoppelt. Die Bundesbank begründete diesen Anstieg mit Risiken aus den geldpolitischen Geschäften der Notenbank.

Im Verlauf der Schuldenkrise seien die Risiken für die Bundesbank "deutlich" gestiegen, sagte Weidmann. Vor allem das Ausfallrisiko bei Staatsanleihen habe sich erhöht. Dass die Bundesbank trotz der Krise noch Gewinn machte, begründete das Institut mit höheren Nettozinserträgen. "Ursächlich für den Anstieg der Zinserträge sind die im Jahresdurchschnitt höheren Leitzinsen im Euro-System und die gestiegenen Bestände von Wertpapieren in Euro", hieß es. Zum Jahresende hatte die Europäische Zentralbank (EZB) den Leitzins allerdings von 1,5 Prozent wieder auf den Rekordtiefstand von einem Prozent reduziert.

"Die deutsche Wirtschaft ist in einem bemerkenswert guten Zustand"

Die Schuldenkrise berge nach wie vor Risiken für die konjunkturelle Entwicklung in Deutschland. Die Aussichten für die deutsche Wirtschaft hätten sich aber zuletzt wieder spürbar aufgehellt, sagte Weidmann. "Die deutsche Wirtschaft ist in einem bemerkenswert guten Zustand", sagte der Bundesbankpräsident. Er verwies auf den stabilen Arbeitsmarkt. Auch werde der Anstieg der Verbraucherpreise im Jahresverlauf nachlassen, wenn sich die Rohölpreise stabilisieren sollten, sagte Weidmann. Dies würde den privaten Konsum steigern.

mmq/Reuters/dpa