IWF: Frankreich soll weniger sparen - DER SPIEGEL
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IWF-Empfehlung Frankreich soll weniger sparen

Reformen ja, aber bitte auf die Konjunktur achten: Der Internationale Währungsfonds rät Frankreich, es bei der Haushaltssanierung langsamer angehen zu lassen. Vor allem sollten die Steuern nicht weiter erhöht werden, so die Experten.
IWF-Chefin Lagarde: "Geschwindigkeit sollte zurückgenommen werden"
IWF-Chefin Lagarde: "Geschwindigkeit sollte zurückgenommen werden"

IWF-Chefin Lagarde: "Geschwindigkeit sollte zurückgenommen werden"

Foto: Axel Schmidt/ dpa
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Washington/Berlin - Frankreich sollte nach Einschätzung des IWF bei der Haushaltssanierung das Tempo drosseln. "Die Geschwindigkeit der Konsolidierung sollte gemessen an den aktuellen Plänen 2014 zurückgenommen werden, um das Wachstum zu fördern", hieß es in einem Länderbericht des Internationalen Währungsfonds (IWF). Die Reformbemühungen müssten jedoch fortgesetzt werden - hier komme es vor allem auf Veränderungen am Arbeitsmarkt an. Zudem sollte Frankreich seine Märkte gerade in dienstleistungsnahen Bereichen für mehr Wettbewerb öffnen, um produktiver zu werden und Jobs zu schaffen.

"Strukturelle Starrheiten auf den Arbeits- und den Produktmärkten und eine vergleichsweise schwache Profitabilität haben das Wachstumspotential der Wirtschaft beeinträchtigt und dazu beigetragen, dass Exportkraft verloren ging", heißt es in dem IWF-Bericht. Insgesamt sollte sich Frankreich zudem mehr von Einnahme-orientierten Budgetverbesserungen in Richtung einer disziplinierten Ausgabenpolitik bewegen - im Klartext: Sparen statt Steuern erhöhen. Es gelte politische Unsicherheiten auszuräumen, die auf die privaten Ausgabenentscheidungen drückten, erklärte der IWF.

Der IWF honorierte, dass die französische Regierung bereits etliches getan hat, um den Haushalt besser in den Griff zu bekommen und mit Reformen die Wettbewerbsfähigkeit zu verbessern. Die Sanierung der Staatsfinanzen werde im laufenden Jahr am stärksten zu spüren sein, hieß es weiter. Die größten Wachstumsrisiken bildeten die prekären Aussichten in Europa, die Gefahr eines Wiederaufflammens von Finanzmarkt-Spannungen sowie politische Unsicherheiten über den Kurs der heimischen Finanzpolitik.

Der IWF rechnet im laufenden Jahr mit einem leichten Rückgang des Bruttoinlandsprodukts in Frankreich um 0,2 Prozent. Schon im zweiten Halbjahr sollte es aber wieder aufwärts gehen. Im kommenden Jahr sollte das Land mit einem Plus von 0,8 Prozent wieder auf den Wachstumspfad zurückkehren. In den Jahren bis 2017 sollte sich das Wachstum dann auf 1,5 Prozent und mehr beschleunigen. Das Staatsdefizit sollte von 3,9 Prozent im laufenden und 3,5 Prozent im nächsten Jahr im Jahr darauf mit 2,8 Prozent unter der EU-Schmerzgrenze von drei Prozent liegen.

cte/Reuters