Japan rutscht überraschend tief in die Rezession - DER SPIEGEL
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Statistik korrigiert Japan rutscht unerwartet tief in die Rezession

Japans Statistiker müssen sich korrigieren: Die drittgrößte Volkswirtschaft der Erde ist noch tiefer in die Rezession gerutscht als zunächst geschätzt. Die Wirtschaftspolitik von Regierungschef Abe scheint gescheitert.
Japanische Geschäftsleute in Tokyo: Wirtschaft kämpft mit den Folgen der "Abenomics"
Japanische Geschäftsleute in Tokyo: Wirtschaft kämpft mit den Folgen der "Abenomics"

Japanische Geschäftsleute in Tokyo: Wirtschaft kämpft mit den Folgen der "Abenomics"

Foto: YOSHIKAZU TSUNO/ AFP
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Hamburg - Die japanische Wirtschaft ist im dritten Quartal noch stärker geschrumpft als bislang angenommen. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) der drittgrößten Volkswirtschaft der Erde fiel im Vergleich zum Vorquartal um 0,5 Prozent, wie die Regierung in Tokio am Montag mitteilte. Vor drei Wochen hatte sie noch ein Minus von 0,4 Prozent bekannt gegeben. Da die japanische Wirtschaft bereits im zweiten Quartal hintereinander geschrumpft ist, steckt sie nun in der Rezession. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum schrumpfte die Wirtschaft von Juli bis September den nun korrigierten Zahlen zufolge um 1,9 statt 1,6 Prozent.

Im ersten Quartal 2014 war Japans Wirtschaft noch um 1,4 Prozent gewachsen. Viele Japaner hatten vor der Anhebung der Mehrwertsteuer im April noch große Einkäufe getätigt. Seit der Erhöhung ist die Kauflust gesunken.

Eine für 2015 geplante weitere Mehrwertsteuererhöhung hat Japans Regierungschef Shinzo Abe mittlerweile auf 2017 verschoben. Zudem löste er das Unterhaus auf, das am 14. Dezember neu gewählt wird.

Die revidierten BIP-Zahlen werfen ein schlechtes Licht auf den wirtschaftspolitischen Kurs von Regierungschef Abe. Das Scheitern der "Abenomics", wie seine Wirtschaftspolitik genannt wird, sei nun für jeden ersichtlich, hieß es aus der Opposition. Abe will aber auch weiterhin an seiner Mischung aus lockerer Geldpolitik, schuldenfinanzierten Konjunkturspritzen und Reformen festhalten. So versucht er die Wirtschaftsmisere Japans zu beheben, das bereits seit Jahren mit schrumpfenden Preisen und schwachem Wachstum kämpft.

Im laufenden sowie im kommenden Quartal rechnen japanische Ökonomen aber wieder mit einem Wachstum. Die Wirtschaft des Landes befinde sich auf einem "moderaten Erholungskurs", wie ein Sprecher der Regierung erklärte.

mka/AFP/Reuters/dpa-AFX