Portugal: Troika verschiebt Prüfung - DER SPIEGEL
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Krise in Lissabon Troika verschiebt Portugal-Prüfung

Die Euro-Retter geben Portugal mehr Zeit: Frühestens Ende August muss das hochverschuldete Land der Geldgeber-Troika das nächste Mal Rechenschaft ablegen. Bis dahin soll die Regierung von Pedro Passos Coelho ihre Krise überwinden und ihren Sparkurs zementieren.
Portugals Premier Passos Coelho: Prüfung verschoben
Portugals Premier Passos Coelho: Prüfung verschoben

Portugals Premier Passos Coelho: Prüfung verschoben

Foto: BARBARA SAX/ AFP
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Lissabon - Aufgrund der politischen Krise in Portugal haben die internationalen Geldgeber die nächste Prüfung des Euro-Krisenlandes verschoben. Wie das portugiesische Finanzministerium in der Nacht zum Freitag mitteilte, werden die Inspektoren der Troika von EU-Kommission, Europäischer Zentralbank (EZB) und Weltwährungsfonds (IWF) Ende August oder Anfang September in Lissabon erwartet.

Die Inspektion hatte eigentlich am kommenden Montag beginnen sollen. Die Regierung in Lissabon bat aufgrund der unklaren politischen Lage jedoch um eine Verschiebung. Die Troika gab nach Angaben des Finanzministeriums dem Gesuch statt. Eine Verschiebung war bereits erwartet worden, da die vorige Inspektion später als geplant abgeschlossen worden war.

Portugal hatte 2011 ein Hilfspaket von 78 Milliarden Euro erhalten. Lissabon musste sich im Gegenzug zu einem strengen Sparkurs verpflichten. In der vorigen Woche lösten die Rücktritte von Finanzminister Vítor Gaspar und Außenminister Paulo Portas eine schwere Regierungskrise aus. Ministerpräsident Pedro Passos Coelho verkündete kurz darauf aber, man habe eine Lösung gefunden, um die Regierung stabil zu halten.

Passos Coelho trat zudem den wachsenden Zweifeln entgegen, dass sein Land vom Spar- und Reformkurs abweichen könnte. Seine Regierung habe die internen und externen Zielsetzungen zur Gesundung des Landes erfüllt, sagte Passos Coelho am Freitag. Er sehe sich verpflichtet, nun einen Kompromiss mit seinem Koalitionspartner und den oppositionellen Sozialisten zu erreichen, damit das, was noch nötig ist für das Land, auch erreicht wird. Die sozialistische Opposition äußerte sich im Grundsatz bereit, zur Lösung der Krise in dem Land beizutragen.

ssu/dpa/Reuters