Prognose: Forscher sagen Frühjahrsboom voraus - DER SPIEGEL
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Prognose Forscher sagen Frühjahrsboom voraus

Neuer Schwung im Frühjahr: Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung rechnet im ersten Quartal des Jahres mit einem Konjunkturplus. Für 2011 sagen die Forscher ein Wachstum von deutlich über zwei Prozent voraus. Sorge bereitet ihnen aber die steigende soziale Ungleichheit.
Dachdecker auf dem Bau:
Dachdecker auf dem Bau:

Dachdecker auf dem Bau:

Foto: dapd
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Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung

Berlin - Die Vorhersage fällt durchweg positiv aus: Das (DIW) rechnet im Frühjahr mit einer Konjunkturbelebung. Im Winter hatte die Kälte besonders der Baubranche zugesetzt. Nun dürfte die deutsche Wirtschaft wieder stärker wachsen, heißt es im monatlichen DIW-Konjunkturbarometer.

Das Institut erwartet für das erste Quartal 2011 eine Zunahme des preis- und saisonbereinigten Bruttoinlandsprodukts (BIP) um 0,6 Prozent. Im vierten Quartal 2010 war die Wirtschaft um 0,4 Prozent gewachsen. "Der Aufschwung ist damit nun in allen Bereichen der Volkswirtschaft angekommen", sagte DIW-Konjunkturexperte Vladimir Kuzin. Das vorhergesagte Quartalsplus von 0,6 Prozent entspricht 4,0 Prozent Wachstum im Vergleich zum Vorjahresquartal.

Der Leiter Konjunkturpolitik am DIW, Ferdinand Fichtner, sagte, der frühe Wintereinbruch habe die Baukonjunktur im vierten Quartal 2010 stärker als üblich gebremst. "Das dürfte sich in spürbaren Nachholeffekten im ersten Vierteljahr 2011 niederschlagen", erklärte er. Das starke Wachstum des vergangenen Jahres werde sich zwar nicht wiederholen. "Mit deutlich über zwei Prozent wird die deutsche Wirtschaft 2011 aber ein ordentliches Wachstum erreichen", sagte der DIW-Experte.

Die konjunkturelle Erholung setze sich im neuen Jahr auf breiter Basis fort. Zwar habe sich die Industrieproduktion zuletzt etwas schwächer entwickelt, aber die Arbeitslosigkeit sinke weiter und dürfte den privaten Verbrauch stabilisieren.

Kritik an Lohngefälle

Sorgen bereitet den Forschern aber die wachsende Kluft zwischen armen und reichen Haushalten. Diese Entwicklung bremst laut DIW die deutsche Wirtschaft. In den vergangenen Jahren habe sich das Einkommensgefüge zugunsten der Einkünfte aus Unternehmertätigkeit und Vermögen und damit zugunsten der einkommensstarken Haushalte verschoben, erklärten die Forscher.

Diese Haushalte konsumierten aber vergleichsweise wenig. Denn während Geringverdiener nahezu ihr gesamtes Einkommen brauchen, um damit ihr Leben zu finanzieren, legen Spitzenverdiener einen vergleichsweise großen Teil ihrer Einkünfte auf die hohe Kante und steigern den Konsum nicht in gleichem Maß. "Das dämpft die Konjunktur, zumal die höheren Ersparnisse offenbar auch nicht zur Ankurbelung der in Deutschland seit Jahren nur schwachen Investitionstätigkeit dienen", sagte DIW-Experte Karl Brenke. "Vielmehr fließt viel Kapital ins Ausland ab. Deutschland lebt also unter seinen Verhältnissen."

Der neue DIW-Chef Gert Wagner kritisierte, die Löhne seien in Deutschland in den vergangenen Jahren kaum gestiegen, die Unternehmensgewinne und Vermögen dagegen schon.

mmq/dpa/Reuters/dapd